Praktische SEO-Tipps für Anfänger

Der Start mit SEO kann leicht überfordern, wenn das notwendige Wissen fehlt. Denn womit sollte man starten? Worauf kommt es an, was sind die wichtigsten Schritte und worauf kann man verzichten? Zur Suchmaschinenoptimierung gehört nicht nur die Auswahl der richtigen Keywords, sondern viele weitere Punkte. Für deinen Start mit SEO stelle ich dir ein paar Basics vor, die zum Bereich OnPage-Optimierung gehören. Damit kannst du die Grundlage für alle weiteren SEO-Maßnahmen und ein gutes Ranking deiner Website legen.

Was ist OnPage-Optimierung?

Bei der OnPage-Optimierung geht es um die Umsetzung inhaltlich-struktureller und technischer Maßnahmen direkt auf einer Website, damit die Website und ihre Unterseiten in den Suchergebnissen ein besseres Ranking erreichen. Bei der OffPage-Optimierung geht es um alle Optimierungsfaktoren außerhalb der eigenen Website, wie zum Beispiel Backlinks. Die OnPage-Optimierung kommt immer vor der der OffPage-Optimierung.

1. Zielgruppe und Bedürfnisse

Wenn du beim Start mit SEO die Zielgruppe vernachlässigst, werden viele deiner Maßnahmen im Sande verlaufen. Die Festlegung auf eine Zielgruppe ist dabei nicht nur für SEO ein wichtiger Faktor, sondern auch eine Grundvoraussetzung für ein florierendes Business.

Denn bei der Suchmaschinenoptimierung geht es nicht nur darum, von den Suchmaschinen gefunden zu werden. Es geht vorrangig um deine Zielgruppe und deren Bedürfnisse und dabei insbesondere um deren Suchbegriffe. Wonach suchen deine Kund:innen bei Google, welchen Kenntnisstand haben sie, was oder welche Lösung für ihr Problem brauchen sie? Das sind die Fragen, die dich sowohl in Bezug auf SEO und als auch in Bezug auf dein Business weiterbringen.

Für den Anfang solltest du zumindest rudimentär wissen, wohin die Reise geht. Wenn du von vornherein eine Nische bedienst, hast du es natürlich einfacher. Beispiel: Zielgruppe Frauen zwischen 25 und 35, die ihr erstes Kind erwarten. Als Hebamme kannst du deine Zielgruppe noch weiter eingrenzen. Das könnten zum Beispiel Frauen sein zwischen 25 und 35 aus der Mittelschicht in der Region XY, die auf Bio-Produkte setzen und eine Hausgeburt anstreben.

Falls du mehrere Angebote hast und dich nicht so recht für eine Zielgruppe entscheiden magst, empfehle ich dir den Artikel von Alexandra Wittke: „Positionierung für Unentschlossene – Deinen Bauchladen positionieren und in 4 Schritten zum profitablen Business entwickeln“. In diesem Artikel findest du einige Anregungen zum Umgang mit einem vielfältigen Angebot.

2. Keywords und die Suchintention

Die Bedürfnisse, Fragen und Themen deiner Nische sind mit spezifischen Suchbegriffen und Begriffsfeldern verbunden. Hieraus ergeben sich die Keywords für deine Website und deinen Blog. Die Keywords fließen dabei optimalerweise auch in die Navigation, die URLs und Permalinks, die Beschreibungen der Bilder und Videos und vieles mehr ein.

Ohne diese Basis zu legen, wird es für Google schwer, die Themen deiner Website einzuordnen. Darüber hinaus kann es passieren, dass die Inhalte deiner Angebote und der Blogbeiträge nicht bei den Kund:innen ankommen, die du erreichen möchtest.

Daher solltest du dir beim Start mit SEO zumindest ein paar grundlegende Gedanken zur Zielgruppe und deren Suchintention gemacht haben. Mit der Zeit wirst du beides verfeinern können. Jedes Business ist wandelbar und lässt auch nachträglich Änderungen zu.

Allgemeine Regeln für den Start mit SEO

Für die Texte und Seiten auf deiner Website gelten die gleichen Regeln, unabhängig von der Art der Texte. Folgende Punkte sollten beim Start mit SEO beachtet werden:

  • Länge der Überschriften
  • Anzahl der H1-Überschriften
  • Die weiteren H-Ebenen
  • interne und externe Verlinkungen
  • SERP Snippets
  • Duplicate Content
  • Thin Content

3. Die Länge der Überschriften

Die Länge der Überschriften sollte nicht mehr als 120 Zeichen betragen. Beides, zu kurze Überschriften, die nur aus einem Wort bestehen, und zu lange Überschriften, sind ungünstig.

4. H1-Überschriften und die H-Ebenen

Jede Seite und jeder Blogartikel sollte maximal eine H1-Überschrift an erster Stelle haben. Die H1-Überschrift sollte das Keyword enthalten und von einer H2-Überschrift gefolgt werden. Jeder Text darf mehrere H2-, H3-, H4-, H5- und H6-Überschriften enthalten. Wichtig ist dabei, dass jede H-Ebene die übergeordnete H-Ebene strukturiert. Das bedeutet, dass nach einer H2-Ebene eine oder mehrere H3-, nach einer H3- eine oder mehrere H4-Überschriften kommen können und so weiter. Darüber hinaus sollte keine H-Ebene ausgelassen werden.

5. Externe und interne Verlinkungen

Ein weiterer sinnvoller Faktor für die SEO sind interne und externe Verlinkungen innerhalb eines Textes oder einer Seite. Interne Verlinkungen sind Links, die zu einem anderen Beitrag oder einer anderen Seite auf der eigenen Website führen. Externe Links sind Links, die zu anderen Websites führen. Diese sollten für die Leser einen Mehrwert bieten und vertrauenswürdig sein.

6. SERP Snippets

Mit Hilfe eines SEO-Plugins (siehe unten) können die SERP Snippets erstellt werden. Dazu gehören der Titel, das Keyword, der Permalink und die Meta Description. Bei den SERP Snippets kommt es darauf an, dass auch hier die Texte und Keywords einzigartig auf deiner Website sind, um Duplicate Content zu vermeiden.

7. Duplicate Content

Duplicate Content bedeutet, dass Überschriften, Links, Permalinks, Menüpunkte, SERP Snippets und Textpassagen doppelt vorkommen. Es gilt, auf jeden Fall doppelten Content zu vermeiden. Aufpassen sollte man bei den Menüpunkten, Kategorien und Blogtiteln. Wenn du ein Angebot XYZ als Menüpunkt anbietest, darüber einen Blogartikel mit der Überschrift XYZ schreibst und auch noch eine Kategorie mit der Bezeichnung XYZ verwendest, hast du bereits Duplicate Content geschaffen. Auch beim Alt-Tag und dem Titel von Bildern entsteht schnell Duplicate Content, wenn man nicht aufpasst.

Um das zu vermeiden, empfehle ich für einen besseren Überblick eine Excel-Liste oder ein Google Sheet, in welchen man die Struktur der Website mit Menüpunkten, Untermenüpunkten und Blogartikelüberschriften, die dazu gehörenden Links und die jeweiligen Keywords erfassen kann.

8. Thin Content

Thin Content entsteht immer dann, wenn auf einer Seite zu wenig Text, also Text mit weniger als 500 Wörtern enthalten ist. Das geschieht schnell auf einer Kontaktseite oder einer Bestätigungsseite nach Anmeldung zum Newsletter. Es gibt zwei Möglichkeiten, Thin Content zu vermeiden. Die eine Möglichkeit ist, mehr Text zu liefern. Allerdings sollte dieser Text zum Inhalt der Seite passen und nicht aus leeren Worthülsen bestehen. Die andere Möglichkeit besteht darin, die Seite auf no-index zu setzen, damit die Crawler die Seite nicht mehr erfassen können.

9. Bilder-SEO und SEO für Videos

Achte bei den Bildern darauf, dass du sie in der richtigen Größe hochlädst. Darüber hinaus sollte das Keyword sowohl im Link als auch im ALT-Tag und im Titel enthalten sein. Wenn du mehrere Bilder in einem Beitrag oder auf einer Seite unterbringst, dürfen die ALT-Tags, Titel, Beschreibungen und Beschriftungen nicht identisch sein. Achte bei jedem Eintrag auf Einzigartigkeit, auch bei Verwendung des gleichen Keywords.

Ein Beispiel für das Keyword Online-Kurs: Wähle beschreibende Attribute, das Bild oder den Inhalt des Bildes oder des Textes betreffend. So vermeidest du Duplicate Content. Das könnte dann so aussehen: ALT-Tag oder Alternativtext: Online-Kurs mit vier Personen, die an einem Tisch sitzen, Titel: Online-Kurs für vier Personen.

10. Ladezeit

Auch eine schnelle Ladezeit ist ein wichtiger Ranking-Faktor. Es gibt verschiedene Stellschrauben, mit denen man die Ladezeit verbessern kann: Bilder nicht zu groß hochladen, nur die notwendigsten Plugins einsetzen und ein Caching Plugin verwenden. Tools zur Feststellung der Ladezeit sind zum Beispiel der WebPageTest, der verschiedene Einstellungsmöglichkeiten und sehr genaue Zahlen liefert, und GTmetrix, das zusätzliche Handlungsempfehlungen auflistet.

11. Responsive Design

Google straft seit einiger Zeit im besonderen Maß Websites ab, die auf mobilen Geräten schlecht dargestellt werden. Das ist beim Start mit SEO ein Faktor, der gerne übersehen wird, aber sehr wichtig für die Benutzerfreundlichkeit und Erreichbarkeit einer Website ist. Bereits beim Erstellen der Website sollte darauf geachtet werden, dass die Seiten und die Beiträge deiner Website auf mobilen Geräten gut lesbar und bedienerfreundlich sind. Ob das auf deine Website zutrifft, deine Website also den Responsive-Design-Anforderungen von Google entspricht, kannst du mit dem Tool Google mobile-friendly test nachprüfen.

Weitere Website-Einstellungen beim Start mit SEO

Neben den Texten spielen noch weitere Faktoren beim Start mit SEO eine Rolle. Dazu gehören Einstellungen und Anwendungen wie

  • Kategorien
  • Permalinks
  • SEO-Plugin
  • 404-Error
  • Indexierbarkeit

12. Die Kategorien

Beim Start mit SEO empfehle ich immer, einen Blog einzurichten und Kategorien zu verwenden. Zu Beginn mag es noch nicht notwendig erscheinen, aber je öfter du Blogbeiträge veröffentlichst, desto mehr Sinn macht es, Kategorien einzurichten. Lege dazu bis zu fünf, maximal sieben, Kategorien an, die den wichtigsten Themen deines Business entsprechen.

Die genaue Anzahl an Kategorien ist nicht in Stein gemeißelt, aber zu viele Kategorien verwirren die Besucher:innen, zu wenige bringen keinen Mehrwert. Die Kategorien richtest du im Backend ein unter Beiträge > Kategorien > Neue Kategorie. Unter der Titelform gibst du den Namen der Kategorie immer klein geschrieben ein. Wenn du ein SEO-Plugin verwendest, solltest du gleich auch den Titel und die Meta Description (SERP Snippet) für die Kategorie einrichten.

Kategorien sind wichtig für Google, um die Struktur der Website schneller erfassen zu können. In den Suchergebnissen werden häufig auch Kategorieseiten angezeigt. Daher ist es wichtig, auch hier ein SERP Snippet zu hinterlegen. Darüber hinaus bieten Kategorien den Besucher:innen deiner Website eine Möglichkeit der Orientierung.

Beispiel meine Website: Ich habe entsprechend den unterschiedlichen Angeboten verschiedene Kategorien festgelegt. Jeder neue Blogartikel wird von mir einer Kategorie zugeordnet. Wer als Besucher:in auf meiner Website nur die Inhalte zum Thema SEO lesen möchte, gelangt mit einem Klick auf den Blog-Untermenüpunkt SEO ausschließlich zu Inhalten mit SEO-Bezug.

13. Die Permalinks

Die Festlegung von Permalinks ist beim Einrichten einer Website und insbesondere eines Blogs sehr wichtig. Es gibt viele Möglichkeiten, SEO-Potential zu verschenken, wenn man die Permalinks falsch gestaltet.

So stellst du die Permalinks ein: Gehe im Backend zu den Einstellungen > Permalinks > Gebräuchliche Einstellungen. Vermeide es, eine Permalinkstruktur mit Zahlen oder dem Datum zu wählen. Die beste Einstellung ist die „individuelle Struktur“ oder „Beitragsname“. Die Kategorie muss bei kleinen Websites nicht im Link enthalten sein. Das bietet sich eher für Websites mit einem Magazincharakter an.

Achte darauf, dass im Beitragsnamen und damit im Permalink das Keyword vorhanden ist. Darüber hinaus solltest du den Link kurz und knackig halten. Das Keyword sollte ganz vorn stehen. Auf Füllwörter kann verzichtet werden.

14. SEO-Plugins

Es gibt verschiedene SEO-Plugins auf dem Markt. Die beiden, die ich ausnahmslos empfehle, sind Yoast SEO und Rank Math. Wenn du eines dieser Plugins auf deiner Website installierst, unterstützt es dich bei der Festlegung des Keywords, der Erstellung der Texte und bietet dir ein Formular für das Eintragen des Titels und der Meta Description an. Über eine Ampelfunktion erfährst du, ob dein Text oder deine Seite im roten, gelben oder grünen Bereich der Suchmaschinenoptimierung liegen. Die beiden Plugins geben beide eine Sitemap deiner Website an die Google Search Console weiter.

15. 404-Fehlermeldung

Wenn einer der Links deiner Website nicht funktionieren sollte, werden die Besucher auf eine 404-Seite geführt. Links, die auf nicht erreichbare Seiten, also auf die 404-Seite führen, sollten schnellstens ersetzt, korrigiert oder entfernt werden. Über das Plugin Broken Link Checker bekommst du das ganz einfach hin.

Da du aber nicht jederzeit am Bildschirm sitzt und auf die Meldungen des Plugins warten kannst, empfehle ich das Anlegen einer individuellen 404-Seite. Über die Gestaltung kannst du auf dieser Seite die Besucher:innen auf andere Inhalte deiner Website führen und so die Absprungrate minimieren. Wie du das realisieren kannst, kannst du gerne in meinem Blogbeitrag „So erstellst du eine individuelle 404-Seite in Divi“ nachlesen.

16. Indexierbarkeit

Wenn du eine Website ganz neu erstellst, sollte sie noch nicht indexiert werden. Sobald sie life geht oder sobald ein umfangreicher Relaunch einer Seite erfolgt ist, sollte die Indexierbarkeit aktiviert werden. Wenn die Seite nicht indexiert wird, kann sie von Google und damit von interessierten Kund:innen nicht gefunden werden.

So findest du heraus, ob deine Seite indexiert worden ist: Gehe im Backend auf Einstellungen > Lesen. Ganz unten findest du den Eintrag „Sichtbarkeit für Suchmaschinen“. Wenn ein Häkchen gesetzt ist neben dem Text „Suchmaschinen davon abhalten, diese Website zu indexieren“, sollte dieses entfernt werden. Anschließend auf „Änderungen speichern“ klicken.

Fazit

Es gibt noch eine Reihe weiterer nützlicher Tools, Anwendungen und Maßnahmen, die deine Website in den Suchergebnissen nach vorne bringen und dir die Kontrolle über die Rankings deiner Keywords und deiner Websites geben. Diese hier jetzt alle aufzulisten, würde den Rahmen sprengen.

Für den Start mit SEO empfehle ich dir ein paar grundlegende Einstellungen, die später in der Regel nicht weiter angepasst werden müssen wie die Indexierbarkeit, die Einrichtung der Kategorien und Permalinks, das Erstellen einer 404-Seite und das Installieren und Einrichten eines SEO-Plugins.

Die anderen Punkte, die hier genannt wurden, werden dir in deiner Arbeit an deiner Website immer wieder von Neuem begegnen. Es macht daher Sinn, sich damit vertraut zu machen. Wenn man einmal das Prinzip verstanden hat, steht einem guten Ranking deiner Website nichts mehr im Weg.

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  1. Das Beitragstitelfoto stammt von Tierny.
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