Häufig wird behauptet, dass man beim Start in ein Business keine Website braucht. Sicherlich kommt man vorübergehend ohne Website aus, aber eine eigene Website bietet verschiedene und nachhaltige Vorteile, die die sozialen Medien nicht bieten können.
Bildcredit: Clark Tibbs, Unsplash 02.08.2021
Gründer:innen und Virtuellen Assistent:innen, die mit ihrem Business an den Start gehen, wird oft gesagt, dass eine Website zu Beginn nicht unbedingt notwendig sei. Marketing könne man schließlich auch über soziale Netzwerke betreiben. Bei Unternehmen mit einem lokalen Bezug würde es auch reichen, Flyer auszulegen oder bei Businesstreffen Visitenkarten zu verteilen. Im Prinzip ist dies richtig, aber es sind doch ein paar Fallstricke damit verbunden.
Website versus soziale Netzwerke
Wenn sich die eigene Zielgruppe zum Beispiel überwiegend bei Facebook aufhält, kann man durchaus erst mit einer Facebook-Seite und später mit einer Facebook-Gruppe starten. Leider kommt man mit einer Facebook-Seite oft nur durch den Einsatz von bezahlter Werbung weiter, um Interessent:innen zu generieren, die später eventuell zu Kund:innen werden.
Auch XING und LinkedIn bieten gute Möglichkeiten, sein Portfolio zu präsentieren. Allerdings sind die Funktionen im Vergleich zu einer Website sehr eingeschränkt.
In den sozialen Netzwerken kommt es regelmäßig vor, dass sich Dinge ändern, ohne dass man selbst Einfluss darauf nehmen kann. So passierte es jüngst einer bekannten Influencerin, dass ihr Instagram-Konto mit Follower:innen im 6-stelligen Bereich plötzlich gesperrt wurde. Leider hatte sie nur einen Teil der Follower in ihrer Kundenliste. Sie musste mit ihren Marketingaktivitäten quasi wieder ganz von vorn anfangen.
Mir selbst ist es passiert, dass auf meiner Unternehmensseite bei LinkedIn alle Einträge gelöscht wurden – ohne mein Zutun und ohne Benachrichtigung seitens LinkedIns. Und auf meiner Facebook-Seite fehlten plötzlich alle Fotos in meinen Beiträgen.
Zugegeben, technische Fehler können auch auf einer eigenen Website auftreten. Aber dort habe ich die Möglichkeit, gezielt nach den Ursachen zu forschen und diese – was am wichtigsten ist – auch zu beheben.
Ein weiterer Faktor ist, dass die Beiträge in den sozialen Medien nur sehr kurzlebig sind und schnell wieder aus dem Gedächtnis der Besucher:innen verschwinden. Eine Website bietet den Vorteil, dass Inhalte so lange bestehen bleiben können, wie man selbst möchte. Außerdem lassen sich auch länger zurückliegende Inhalte leicht wieder aufrufen.
Visitenkarten und Flyer
Auch wenn ich ein digitales Business habe, besuche ich sehr gerne lokale und überregionale Businesstreffen vor Ort. Oft werden dabei Visitenkarten ausgetauscht. Manchmal erhält man auch die Gelegenheit, seine Flyer auszulegen. Natürlich komme ich dem auch nach. Im Gegenzug erhalte ich von anderen Teilnehmer:innen Visitenkarten oder nehme interessante Flyer und Broschüren mit nach Hause. In meinem Büro wandern diese dann in eine eigens dafür eingerichtete Schublade … und werden meist vergessen.
Warum du eine Website brauchst
Wer als Unternehmer:in oder Solopreneur:in auf professionelle Weise wahrgenommen werden möchte, sollte daher auf eine Website nicht verzichten.
- Eine Website bietet viele Möglichkeiten der Darstellung der eigenen Leistungen, des eigenen Brandings und der eigenen Person oder des Unternehmens.
- Sie kann nach eigenen Vorstellungen gestaltet werden, ohne dass ein Netzwerk im Hintergrund willkürlich hineinpfuscht.
- Die Inhalte bleiben so lange auf der Website, wie man das selbst möchte.
- Kontakte lassen sich nachhaltiger etablieren: sei es über Kommentare zu Blogartikeln, über Nachrichten aus dem Kontaktformular, über ein Terminbuchungstool oder durch Rückmeldungen auf den Newsletter.
Verschiedene Website-Typen
Je nach Bedarf und Zielgruppe kommen unterschiedliche Typen von Websites infrage. Solange man keinen Shop einrichten möchte, reicht zu Beginn häufig ein Onepager aus.
Onepager
Ein Onepager ist quasi die Visitenkarte unter den Websites. Es handelt sich dabei um eine Website mit nur einer Seite, die aus mehreren Abschnitten oder Segmenten zusammengesetzt ist.
Zu den Abschnitten gelangt man durch Scrollen oder durch Klicken auf die Menüpunkte oben auf der Seite. Die Abschnitte gliedern sich meist in einen Headerbereich, einen Leistungsbereich, einen Über-Mich-Bereich, einen Bereich mit Referenzen und einen Abschnitt mit Kontaktmöglichkeiten.
Die Blogseite
Praktisch ist es, wenn man für die Erstellung eines Onepagers über WordPress gleich den Block Editor (Gutenberg) oder einen Pagebuilder wie Divi, Avada, Enfold, Elementor, den Beaver Builder oder Thrive Architect verwendet. So hat man später die Möglichkeit, die Website auf einfache Weise weiter auszubauen.
Denn spätestens dann, wenn man einen Unternehmensblog hinzufügen möchte, braucht man eine weitere Seite auf der Website. Ein Unternehmensblog ist eine wunderbare Möglichkeit, Expertise und Persönlichkeit zu zeigen und mit geeigneten SEO- und GEO-Maßnahmen in der KI-Suche sichtbar zu werden.
Die Über-mich-Seite
Mit dem Wachstum des eigenen Business entsteht mit der Zeit auch ein klareres Bild des eigenen Brandings und der Unternehmenswerte, die optimal auf einer eigenen Über-mich-Seite oder einer Seite über das Unternehmen kommuniziert werden können.
Die Angebotsseite
Dies ist auch der Zeitpunkt, an dem es nicht mehr ausreicht, die Leistungen nur anzuteasern, sondern es kommen umfangreichere Angebote hinzu, die wiederum auf einer eigenen Seite dargestellt werden sollten. Hier bietet es sich an, zusätzlich Landingpages für bestimmte Angebote zu erstellen, um eine ausgesuchte Zielgruppe spezifisch anzusprechen.
Die Kontaktmöglichkeiten
Auch die Kontaktmöglichkeiten werden dann meist erweitert durch ein Newsletter-Tool und ein Terminbuchungstool wie Zeeg*. Es gibt eine Vielzahl an Terminbuchungstools. Ich habe mich irgendwann für Zeeg entschieden, weil es ein deutsches und DSGVO-konformes Tool ist.
*Empfehlung, keine bezahlte Werbung
Ein Newslettertool bietet die Möglichkeit, Besucher:innen über die Website an das eigene Unternehmen zu binden und mit geeigneten Methoden einen Funnel für die eigenen Produkte zu erstellen. Vorrangig bietet es aber die Möglichkeit, direkt mit den Besucher:innen der Website mit oder ohne Gratisprodukt in Kontakt zu treten. Sind die Interessent:innen erst einmal auf der Newsletterliste, hat man jederzeit einen Zugriff auf die Kontakte – unabhängig von den Launen und Kapriolen der sozialen Netzwerke.
Die Corporate Website
Je mehr sich eine Website von einer Visitenkarte weg hin zu einer umfangreichen Website mit verschiedenen Inhalten entwickelt, desto mehr spricht man von einer Corporate Website. Wenn die Website einen umfangreichen Blog unterhält, spricht man auch von einem Corporate Blog.
Im nächsten Schritt lassen sich weitere Funktionen auf der Website einbauen, wie zum Beispiel:
- Mitgliederbereich
- FAQ-Seite
- Datenbank
- Wiki
- Shop
Fazit
Eine eigene Website macht Unternehmer:innen unabhängig von den Änderungen in den sozialen Netzwerken. Sie bietet außerdem den unschlagbaren Vorteil, dass man schalten und walten kann, wie man möchte – solange man sich im legalen Raum bewegt. Hier kannst du dich und deine Expertise präsentieren und zeigen, was du anbietest, wer du bist, wie du dich von der Konkurrenz unterscheidest und welche Vorteile die Kund:innen bei einer Mitarbeit mit dir haben.
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