Zur Kleinunternehmerregelung zurückzuwechseln, klingt nach einer reinen Formsache. Der Teufel steckt allerdings im Detail. In diesem Artikel schreibe ich über meine persönlichen Erfahrungen auf dem Weg zu einem schlankeren digitalen Business, das besser zu meinem Leben passt. Dabei starte ich mit dem Wechsel zur Kleinunternehmerregelung und was es dabei zu beachten gilt.
Meine Erfahrungen ergänze ich durch praktische Tipps zu den Apps Lexware und Smartsteuer. Manche dieser Informationen habe ich während meiner Recherche vergeblich gesucht.
Ein Hinweis vorab: Der Artikel ist ein Erfahrungsbericht und keine steuerliche oder juristische Beratung. Es ist möglich, dass sich nach dem Schreiben des Artikels rechtliche, technische und inhaltliche Änderungen ergeben, die ich noch nicht in meinem Artikel aufgegriffen habe. Je nach Buchhaltungstool, Vertragsversion und Geschäftsmodell können die folgenden Angaben abweichen.
Auch bei den Finanzämtern mag es in verschiedenen Städten und Kommunen eine andere Vorgehensweise geben. Bitte berücksichtige dies beim Lesen des Artikels und ziehe bei einem geplanten Wechsel immer eine Expertin oder einen Experten hinzu.
In aller Kürze
Der Wechsel zur Kleinunternehmerregelung ist zum Jahreswechsel deutlich unkomplizierter als unterjährig. Ein Wechsel im laufenden Jahr kann rückwirkende Rechnungskorrekturen nach sich ziehen.
Nach der Meldung beim Finanzamt wird die USt-IdNr. oft automatisch deaktiviert, ohne Information darüber. Die Reaktivierung gelingt am schnellsten über die zuständige Abteilung, nicht über die Service-Hotline.
Das Finanzamt kann den Starttermin der neuen Kleinunternehmerregelung ohne Rücksprache rückwirkend festlegen. Ein Anruf und eine gemeinsame Terminabsprache verhindern unnötigen Mehraufwand.
Für sehr wichtige Anliegen lohnt es sich, Kontakt über das ELSTER-Kontaktformular aufzunehmen, statt die allgemeine Servicenummer anzurufen, um verlässlichere Antworten zu erhalten.
Bei einem Wechsel zur Kleinunternehmerregelung braucht es in Lexware ein zweites, parallel laufendes Konto; das alte Konto bleibt für die Vorjahre bestehen und lässt sich nach dem Wechsel archivieren. Man behält dabei auch später den Zugriff auf die Buchungen.
Wenn die Steuererklärungen jetzt nicht mehr von Steuerberater:innen durchgeführt werden, ändern sich die Fristen für die Abgabe der Steuererklärungen der Vorjahre.
Smartsteuer übernimmt in Kombination mit Lexware die Steuererklärungen inklusive Einkommen-, Gewerbe- und Umsatzsteuer weitgehend automatisch.
Der unterjährige Wechsel zur Kleinunternehmerregelung
Der Wechsel zur Kleinunternehmerregelung gestaltete sich komplizierter als erwartet. Ich war davon ausgegangen, dass ich dem Finanzamt meinen Wunsch mitteile und dass der Rest automatisch glattläuft. Weit gefehlt. Vielleicht lag es auch am Zeitpunkt: Den Wechsel wollte ich im März angehen. Besser ist es, den Wechsel zum Jahreswechsel anzustreben.
Die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer
Nach meiner schriftlichen Meldung beim Finanzamt wurde zunächst die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (USt-IdNr.) automatisch deaktiviert, ohne dass ich darüber informiert wurde. Auch als Kleinunternehmer:in kann man eine USt-IdNr. haben, aber oft wird vorausgesetzt, dass man diese nicht mehr braucht. Hier empfehle ich, das Finanzamt anzurufen, mit der zuständigen Abteilung (nicht mit der allgemeinen Service-Hotline!) zu sprechen und die USt-IdNr. wieder aktivieren zu lassen.
Was ist die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (USt-IdNr.)?
Die USt-IdNr. ist eine eigenständige Nummer, die Unternehmen und Solopreneuren zusätzlich zur Steuernummer vom Bundeszentralamt für Steuern erteilt wird. Die Nummer besteht in Deutschland aus einem "DE"-Präfix und 9 Ziffern, zum Beispiel DE312456789. Unternehmen und selbständige Einzelunternehmer:innen, die Lieferungen und Leistungen innerhalb des Europäischen Binnenmarktes erbringen oder erhalten, benötigen eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (Reverse-Charge-Verfahren). Die USt-IdNr. ist sinnvoll, um bei EU-Geschäften die eigene Rechnungsposition korrekt als Nettorechnung zu behandeln. Auch Kleinunternehmer:innen können eine USt-IdNr. benötigen, selbst wenn sie nicht umsatzsteuerpflichtig sind.
Den Status der USt-IdNr. überprüfen
Bis die Nummer wieder aktiviert wird, können ein paar Tage ins Land gehen. Manchmal erhält man nach Deaktivierung und Reaktivierung der USt-IdNr. eine neue USt-IdNr. Den Status deiner aktuellen USt-IdNr. kannst du über die Website der Europäischen Kommission überprüfen. Du musst dazu bei „Mitgliedstaat / Nordirland*" Deutschland auswählen und dann bei MwSt-Nummer die USt-IdNr. ohne das Länderkürzel „DE" eingeben.
In manchen Fällen muss im Anschluss die Richtigkeit und Aktivität der USt-IdNr. nachgewiesen werden. In meinem Fall betraf das eine Dienstleisterin aus dem europäischen Ausland, deren Steuerberaterin die Deaktivierung aufgefallen war, und die Plattform Amazon. Letztere sendet eine E-Mail mit der Info, dass die USt-IdNr. nicht mehr gültig ist. Man kann dann im eigenen Amazon-Business-Account die Nummer wieder aktivieren oder durch eine neue ersetzen.
Starttermin für die Kleinunternehmerregelung
Der nächste Punkt war der Termin für den Start der Kleinunternehmerregelung. Zunächst hatte ich im Februar einen schriftlichen Antrag auf Umstellung auf die Kleinunternehmerregelung gestellt. Leider erhielt ich keine Bestätigung darüber. Durch Zufall habe ich bei einem Anruf beim Finanzamt erfahren, dass der Termin für den Start der Kleinunternehmerregelung ohne mein Wissen rückwirkend auf den 1. Januar festgelegt wurde.
Das hätte in meinem Fall bedeutet, dass ich rückwirkend für ein Vierteljahr etliche Rechnungen hätte stornieren, neu schreiben und meinen Kund:innen die Umsatzsteuer hätte erstatten müssen. Daher bat ich bei meinem zuständigen Finanzamt telefonisch um Umstellung auf einen anderen Termin. Das war problemlos möglich und wir vereinbarten gemeinsam das Datum, ab wann die Kleinunternehmerregelung bei mir greifen sollte.
Meine Empfehlung
Plane die Umstellung sorgfältig und sprich dich vorher mit deinem Finanzamt ab. Wichtig zu wissen ist noch, dass die Gesprächspartner:innen, die man unter der Servicenummer ans Telefon bekommt, oft andere Antworten geben als der/die zuständige Sachbearbeiter:in. Deshalb ist meine Empfehlung, bei sehr wichtigen Punkten über das Kontaktformular auf der ELSTER-Website zu gehen. Hier kann man auch dann Anfragen stellen, wenn man noch keinen ELSTER-Account eingerichtet hat.
Die Umstellung im Buchhaltungstool Lexware
Für meine Buchhaltung verwende ich seit Jahren das Buchhaltungstool Lexware*. Auch hier gibt es verschiedene Punkte zu beachten, wenn man zur Kleinunternehmerregelung wechseln möchte.
Wenn du im laufenden Jahr bereits über Lexware die Umsatzsteuervoranmeldung für das vorherige Quartal abgewickelt hast, kannst du das Konto nicht mehr für die Kleinunternehmerregelung verwenden und musst ein neues, parallel laufendes Konto einrichten.
Die beiden Konten laufen parallel, bis du die Steuererklärungen aus den Vorjahren abgeschlossen hast. Danach kannst du das Konto, das du für die Umsatzsteuervoranmeldungen verwendet hast, in den Lesemodus versetzen oder archivieren lassen. Lexoffice hat sich verpflichtet, die gesetzliche Aufbewahrungsfrist von 10 Jahren zu berücksichtigen. Solange bleibt das Konto bestehen. Solltest du das Konto eines Tages wieder benötigen, kannst du das Konto wieder aktivieren.
Sobald der Wechsel auf die Kleinunternehmerregelung stattgefunden hat, solltest du möglichst kurzfristig die Bankkonten, die du an das alte Lexware-Konto angebunden hattest, zum letzten Tag der Umsatzsteuerbesteuerung trennen. Wenn du das nicht tust, werden fortlaufend alle Buchungen im alten Lexware-Konto weiterhin angezeigt. Diese unterliegen jetzt allerdings den Regeln der Kleinunternehmerregelung.
Die Belege und Kategorien sollten ab der Umstellung auf die Kleinunternehmerregelung ausschließlich im neuen Lexware-Konto zugewiesen werden.
Alle Buchungen im alten Lexware-Konto, die ab dem Startdatum der Kleinunternehmerregelung noch angezeigt werden, kannst du später ausblenden.
Wenn du im neuen Lexware-Konto deine Bankkonten und Zahlungsanbieter (zum Beispiel PayPal) anbindest, wähle als Startdatum das Datum des Tages, von dem an die Kleinunternehmerregelung greift. So vermeidest du, dass eine Vielzahl an Buchungen ohne Zuweisung von Belegen und Kategorien angezeigt wird.
Da du als Kleinunternehmer:in keine Umsatzsteuervoranmeldungen erstellen musst, kannst du bei Lexware eine preisgünstigere Vertragsvariante auswählen. Vergleiche die verschiedenen Vertragsversionen sorgfältig, bevor du dich entscheidest. Solltest du irgendwann einmal deinen Vertrag hochstufen wollen, so stehen dir alle Funktionen auch rückwirkend zur Verfügung.
Neue Abgabetermine für die Steuererklärung
Wenn du zur Kleinunternehmerregelung wechselst, verabschiedest du dich möglicherweise auch von deiner Steuerberaterin oder deinem Steuerberater. Auch hier ist eine frühzeitige Planung wichtig. Solange ein:e Steuerberater:in die Steuererklärungen übernimmt, gelten andere Fristen als wenn du die Steuererklärungen selbst abwickelst.
Veränderte Fristen
Es ist möglich, dass du die Steuer für das Vorvorjahr bereits viel früher abgeben musst, als du es erwartest. Bei einem Wechsel können die normalen Fristen abweichen und es kann schnell passieren, dass man in Verzug gerät. Hier empfiehlt es sich, sich rechtzeitig an das Finanzamt und – das ist wichtig – an den/die zuständige:n Sachbearbeiter:in zu wenden, um die Übergangsfristen zu besprechen, die für dich gelten. Darüber hinaus ist es bei Bedarf möglich, über ELSTER eine Fristverlängerung zu beantragen.
Mit der zuständigen Abteilung sprechen
Meine Erfahrung: Spricht man mit den Mitarbeiter:innen, die man unter der Servicenummer des Finanzamts erreicht, erhält man oft andere Informationen, als wenn man mit den zuständigen Sachbearbeiter:innen spricht. Häufig ist es besser, über ELSTER eine Anfrage zu stellen, um aktuelle und abgesicherte Informationen zu erhalten.
Steuererklärungen mit smartsteuer erstellen
Wenn du wie ich Lexware als Buchhaltungstool verwendest, kannst du über die integrierte App smartsteuer* deine Steuererklärungen vollautomatisch abwickeln. Smartsteuer übernimmt unter anderem die Einkommensteuererklärung, die Gewerbesteuererklärung und die Umsatzsteuererklärung.
Steuererklärung mit smartsteuer
Hier ein kurzer Überblick, wie die Steuererklärung mit smartsteuer funktioniert. Eine ausführliche Anleitung würde den Umfang dieses Artikels sprengen. Dazu empfehle ich dir, die Hilfe-Artikel des Anbieters zu studieren und passende YouTube-Videos zu recherchieren.
Lege dir alle relevanten Belege zurecht, und zwar sowohl die privaten als auch die geschäftlichen Belege.
Über den Export in Lexoffice kannst du die Einnahmenüberschussrechnung eines Jahres an Smartsteuer weiterleiten.
Die App leitet dich Schritt für Schritt durch alle Punkte, die für deine Steuererklärungen relevant sind, und gibt dir Tipps, worauf du achten musst.
Am Ende steht der sogenannte "smartcheck". Dieser dient dazu, Fehler zu erkennen. Du erhältst im Bedarfsfall Hinweise, wo die Fehler zu finden sind, so dass du sie berichtigen kannst.
Zum Schluss erhältst du eine Vorschau deiner Steuererklärungen, die du sorgfältig durchlesen solltest.
Bei offenen Fragen kann es helfen, KI-Tools zu Rate zu ziehen.
Erst wenn alle Zahlen und Einträge korrekt sind, würde ich die Steuererklärung an das Finanzamt absenden. Auch dies geschieht vollautomatisch über Smartsteuer.
Sobald dies erledigt ist, erhältst du noch ein Anschreiben für das Finanzamt, das du dir herunterlädst und unterschrieben per Brief an das Finanzamt sendest.
Bevor du die nächste Steuererklärung ausfüllst, kannst du die Daten in das neue Jahr übertragen. Dadurch ersparst du dir viel Arbeit und die nächste Steuererklärung lässt sich viel schneller abwickeln.
Meine Empfehlung
Schau dir vorab die Anleitungsvideos von Smartsteuer an oder lies dir die Blog- und Hilfeartikel durch, bevor du loslegst. Damit ersparst du dir viel Zeit und Ärger.
Fazit
Der Wechsel von der Umsatzsteuerbesteuerung zurück zur Kleinunternehmerregelung ist dann erfolgreich, wenn alles rechtzeitig geplant wird. Der Einsatz von passenden Tools lohnt sich, um Zeit zu sparen und den Wechsel zu vereinfachen. Sollte es dennoch Probleme oder offene Fragen geben, empfehle ich, sich an die zuständige Abteilung des Finanzamts zu wenden oder noch einmal den Rat eines/r Steuerberater:in einzuholen.
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Bei den mit * markierten Tools handelt es sich um unbezahlte Werbung. Ich empfehle sie im Rahmen meines Erfahrungsberichtes.
Das Foto stammt von Mikhail Nilov, Pexels, Download am 06.07.2026
Reichen SEO und Local SEO noch, damit Bäckerei-Websites digital sichtbar bleiben? Viele Bäckereien und andere lokale Unternehmen haben bemerkt, dass die Reichweite ihrer Website zurückgegangen ist. Die Online-Suche hat sich massiv verändert, seit es KI-Suchmaschinen wie ChatGPT, Perplexity und die Google AI Overviews gibt. Jetzt gilt es, die eigene Website so zu gestalten, dass KI-basierte Suchsysteme sie erkennen und erwähnen. An dieser Stelle kommt die Generative Engine Optimization (GEO) ins Spiel.
Dieser Artikel ist die Vorlage für meinen Gastartikel im Bäckerei-Magazin BrotPro, Ausgabe 04/2025, wo er unter dem Titel "KI mundgerecht füttern" im Oktober 2025 erschienen ist.
Aktualisiert am 11.03.2026 | Lesedauer: 9 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
KI-Suchmaschinen verändern die Suche: Junge Bäckerei-Kund:innen nutzen ChatGPT oder Google AI Overviews nicht mehr mit Stichworten, sondern stellen dialogorientierte Fragen wie „Wo finde ich die besten Zimtschnecken in Neustadt?"
GEO ergänzt klassisches SEO: Neben der bisherigen Suchmaschinenoptimierung brauchen Bäckerei-Websites künftig auch Generative Engine Optimization (GEO), damit KI-Systeme die Inhalte erkennen und zitieren.
FAQ-Inhalte sind Gold wert: KI-Suchmaschinen bevorzugen direkte Antworten auf typische Kundenfragen wie „Welche Brote sind vegan?" oder „Wann ist die Bäckerei geöffnet?" und diese am besten kurz, klar und strukturiert.
E.E.A.T. gilt auch für Bäckereien: Zertifikate, Auszeichnungen, eine ausführliche „Über-uns"-Seite und gepflegte Google-Bewertungen stärken die Glaubwürdigkeit und Sichtbarkeit – sowohl bei der klassischen als auch bei der KI-gestützten Suche.
InhaltlicheTiefe schlägt Keyword-Dichte: Statt einen Blogartikel auf ein einzelnes Keyword zu optimieren, sollten Bäckereien Themen umfassend behandeln und zum Beispiel beim Hefeteig auch Mehlsorten, Geräte und typische Gebäcke einbeziehen.
Voice Search gewinnt an Bedeutung: Sprachbasierte Suchanfragen über Siri, Alexa oder ChatGPT nehmen zu. Bäckereien profitieren, wenn ihre Website präzise und aktuelle Infos liefert, etwa zu Sonntagsöffnungszeiten oder Kuchenangebote an Feiertagen.
Online-Suche heute
Junge Menschen, die einen schnellen Snack kaufen möchten, suchen anders als Berufstätige, die nur kurz Brot und Brötchen für das Wochenende holen. Kunden und Kundinnen, die eine Kuchenplatte für eine Feier bestellen, nehmen häufig den klassischen Weg über die Website.
KI-Suchmaschinen
Junge Menschen dagegen bemühen KI-Tools wie ChatGPT oder AI Overviews für ihre Suche. Dabei geben sie keine Begriffe ein, wie „beste Zimtschnecken in Neustadt“, sondern sie stellen Fragen: „Wo finde ich die besten Zimtschnecken in Neustadt“?
Suche nach einer Bäckerei in Neustadt über eine Frage (hier AI Overviews)
Die Suche ähnelt einem Chat; sie ist dialogorientiert. Neu ist die Voice-Search-Komponente, zum Beispiel bei ChatGPT, wo die Frage per Audio eingegeben und die Antwort ebenfalls per Audio ausgegeben wird.
Das ist wichtig zu verstehen, wenn es um die Optimierung der Bäckerei-Website für die KI-Suchmaschinen geht.
Was bleibt
Nach wie vor rufen Kunden und Kundinnen Google Maps auf und lassen sich die nächstgelegene Bäckerei anzeigen. Hier fällt die Auswahl nicht nur auf die kürzeste Entfernung zur nächsten Bäckerei, sondern es spielen auch die Anzahl der Bewertungen und deren Punktzahl (1 bis 5 Sterne) eine große Rolle.
Nicht unterschätzen sollte man den Wert einer positiven Darstellung in den sozialen Medien. Menschen jeden Alters folgen den Kanälen derjenigen Bäckereien, die ihnen am Herzen liegen. Ein überzeugender Auftritt in den sozialen Medien bleibt daher weiterhin relevant. Und dies nicht erst, seit die Inhalte auch von KI-Suchmaschinen weiterverarbeitet werden.
Alexis, Siri, ChatGPT: die Voice Search
Immer mehr Menschen verwenden die Voice Search für ihre Suche. Dabei geben sie ihre Fragen oder ihre Suche nicht mehr in die Suchmaske eines Browsers ein, sondern sprechen das jeweilige Gerät (Siri, Alexa, ChatGPT und weitere) direkt an. Zum Beispiel fragen sie: „Bei welcher Bäckerei in Magdeburg kann ich am Sonntagnachmittag ab 15 Uhr Kuchen kaufen?“
Voice Search mit ChatGPT
Auch hier haben wir es mit einem Dialog zwischen Mensch und Maschine zu tun. Die Optimierung der Inhalte für die Voice Search ist ein weiterer Punkt, der in Zukunft eine immer größere Rolle spielen wird.
All diese Beispiele zeigen, warum es für Bäckereibetriebe künftig entscheidend sein wird, ob ihr Internetauftritt auf die neue KI-Suche abgestimmt ist, um nicht abgehängt zu werden.
Die Bäckerei-Website
Wer eine Party oder eine Hochzeit plant, geht auf die Website und schaut sich dort nach Produkten um. Deshalb ist es eine Mindestanforderung, Produkte mit ansprechenden Fotos darzustellen und Preise, Inhaltsstoffe und Kontaktmöglichkeiten transparent mitzuteilen.
Auch der Aufbau und die Inhalte der Bäckerei-Websites spielen eine Rolle, wenn sich Kunden und Kundinnen über bestimmte Verfahren oder die historische Entwicklung informieren möchten.
Die Ausführlichkeit der Antwort und die Textstruktur sind ausschlaggebend dafür, ob die Website auch in KI-Suchmaschinen zitiert wird oder nicht. Deshalb kommt es zunehmend darauf an, die Website nicht nur SEO-fit, sondern auch GEO-fit zu gestalten.
Die Suchmaschinenoptimierung – auch auf lokaler Ebene – bleibt also weiterhin ein wichtiger Faktor. Local SEO, SEO und GEO ergänzen sich dabei wie Partner in einem Team.
Sichtbarkeit in der KI-Suche
Es gibt verschiedene Maßnahmen, um die Sichtbarkeit der eigenen Bäckerei-Website zurückzuholen und die Zukunftsfähigkeit der Bäckerei online mitzugestalten und zu gewährleisten.
Besucher und KI verstehen
In Zukunft kommt es darauf an, verständlich zu formulieren, Marketing-Sprech zu vermeiden sowie glaubwürdige und praxisbezogene Informationen zu bieten. Das bedeutet, dass alle Fragen, die Kunden und Kundinnen stellen, auf die Website gehören, wie Öffnungszeiten, Produkte und Besonderheiten.
KI-Suchmaschinen mögen es, wenn typische Kundenfragen direkt und prägnant beantwortet werden. Fragen wie „Wann ist die Bäckerei geöffnet?“ oder „Welche Brote sind vegan?“ resonieren direkt mit der Art und Weise, wie Menschen heute KI-Suchmaschinen befragen.
Die Antworten dürfen an dieser Stelle kurz (Fakten) und klar strukturiert (Aufzählungen) sein. Dies lässt sich durch FAQs oder „Häufig gestellte Fragen“ und Informationskästen auf der Website umsetzen.
Strukturierte Inhalte
Ein leicht umzusetzender Punkt sind strukturierte Inhalte, so wie sie bisher auch für SEO relevant waren. KI-Systeme bevorzugen logische, gut gegliederte Texte. Dazu gehören eine saubere Überschriftenhierarchie (H1, H2, H3), der Einsatz von Listen und Aufzählungen, kurze Absätze und klar formulierte Zwischenüberschriften.
Blogartikel profitieren von einer Zusammenfassung der wesentlichen Informationen nach dem Einleitungstext. Ein Fazit am Ende des Artikels kann ergänzt werden, sollte sich aber von der Zusammenfassung unterscheiden.
Strukturierte Inhalte entstehen auch durch einen FAQ-Bereich und Schritt-für-Schritt-Anleitungen (Beispiel: „Wie stelle ich einen Hefeteig her?“). Weitere Möglichkeiten sind Abschnitte mit Produktbeschreibungen und „Über-uns“-Abschnitte.
Typische FAQ-Fragen auf einer Bäckerei-Website
Auf technischer Ebene werden die Inhalte für Suchmaschinen und KI durch Schema Markups leichter zugänglich. Diese kommen zum Beispiel bei Rezepten (Schritt-für-Schritt-Anleitungen) und Team-Vorstellungen zum Einsatz, aber auch bei Bildern und Videos auf der Website.
Keywordrecherche
Während es bisher darauf ankam, Website-Texte und Blogartikel auf ein spezifisches Keyword zu optimieren, bevorzugen KI-Suchmaschinen Beiträge, die auf semantischer Keywordrecherche basieren. Das bedeutet, dass die Inhalte in die Tiefe gehen und das Thema in voller Breite abdecken dürfen.
Beispiel Blogartikel zum Thema Herstellung eines Hefeteigs: Statt einer einfachen Schritt-für-Schritt-Anleitung werden auch Themen wie passende Tools und Geräte, verschiedene Mehlsorten und ihre Eignung, eine Liste typischer Hefeteiggebäcke und weitere Informationen integriert.
E.E.A.T. bleibt aktuell
Wer sich mit SEO auskennt, dem ist die Abkürzung E.E.A.T. ein Begriff. Sie steht für Experience, Expertise, Authoritativeness und Trustworthiness. Auf Deutsch bedeutet dies: Erfahrung, Expertise, Autorität und Vertrauen. Diese Aspekte werden auch von KI-Suchmaschinen berücksichtigt. Übersetzt für Bäckereien bedeutet dies, ihre Expertise, Erfahrung und Vertrauenswürdigkeit auf der Website unter Beweis zu stellen.
Die Expertise lässt sich über Zertifikate und Auszeichnungen zeigen. Diese sollten nicht nur in der Bäckerei aushängen, sondern auch auf der Website als Bilder mit einer Verlinkung und einem erklärenden Text zu sehen sein, zum Beispiel auf der „Über-uns-Seite“, im Fußbereich der Website oder als eigenständige Seite.
Mit einer ausführlichen „Über-uns“-Seite weisen Bäckereien auf ihre jahrelange Erfahrung hin. Traditionsreiche Unternehmen haben hier einen besonderen Trumph in der Hand. Voraussetzung ist, dass die Historie der Bäckerei ausführlich und strukturiert dargestellt wird.
Die Pflege der Bewertungen bei Google Maps, TripAdvisor, TrustedShops, Das Örtliche, Gelbe Seiten und weiteren Verzeichnissen fördert das Vertrauen der Kunden und Kundinnen in die Bäckerei. Positive Bewertungen sollten auch auf der Website einen Raum erhalten: entweder als Text oder über ein Widget von ProvenExpert oder Google.
Google Suche – Websites zu Orten – verschiedene Verzeichnisse zum Thema Bäckerei Münster
Oft vernachlässigt, aber maßgeblich für den Vertrauensaufbau und eine gute Reichweite auch in der KI-Suche sind die mobile Optimierung der Website, schnelle Ladezeiten, Barrierefreiheit und eine intuitive Bedienbarkeit.
[Lesetipp: Artikel zur Barrierefreiheit in der BrotPro-Ausgabe 03/2025]
Mit ausführlichen Blogartikeln, die gut strukturiert sind und das Thema in der Tiefe behandeln, kann KI-Suchmaschinen die Autorität im jeweiligen Fachgebiet signalisiert werden. Auch die Kunden und Kundinnen werden dies zu schätzen wissen.
Klare Sprache für LLMs
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist eine Sprache, die auch für LLMs wie die AI Overviews von Google verständlich ist. Dazu gehört in der Praxis, dass komplexe Fachbegriffe und Abkürzungen erläutert werden. Dies lässt sich mit W-Fragen umsetzen. Beispiel: „Was ist Slow Baking?“
Beispiel mit W-Fragen auf einer Bäckerei-Website
Aktuelle Infos werden nicht wie bei SEO als Duplicate Content abgestraft, sondern dürfen wiederholt werden, sofern sie für KI-Zitate relevant sind, wie zum Beispiel Besonderheiten der jeweiligen Bäckerei (französisches Gebäck, Slow Baking, Vollkornprodukte, vegane Produkte) und die Öffnungszeiten.
Zukunftsfähig bleiben
Alle genannten Maßnahmen erhöhen die Sichtbarkeit von Bäckerei-Websites in klassischen Suchmaschinen, KI-Suchsystemen, und Sprachmodellen. Langfristig sollten sich Bäckereien mit den Regeln der KI-Suche beschäftigen und zeitnah auf Veränderungen reagieren. Daneben wird sich ein breit aufgestellter Marketingmix vorteilhaft auf die Sichtbarkeit auswirken. Auf diese Weise sind Bäckereibetriebe für den KI-getriebenen Wandel optimal aufgestellt.
Weitere Informationen
Das Foto stammt von Davide Baraldi (Pexels, 04.12.2025).
Und hier noch ein Recap einer Online-Veranstaltung im Rahmen der Blogtastisch-Reihe mit meiner Präsentation als YouTube-Video: SEO und GEO für Corporate Blogs
Häufig gestellte Fragen (FAQs)
Was bedeutet GEO?
GEO ist die Abkürzung für Generative Engine Optimization. Als Oberbegriff umfasst GEO Strategien wie AI SEO, AEO und LLMO, um digitale Inhalte für KI-basierte Such- und Antwortsysteme optimal nutzbar zu machen.
Was bedeutet die Abkürzung AI SEO?
AI SEO ist die Abkürzung für AI Search Optimization. Sie legt den Fokus auf die KI-gestützte Suche bei ChatGPT, Perplexitiy oder Google Gemini.
Was versteht man unter AEO?
AEO bedeutet Answer Engine Optimization. Sie ist eine direkte Weiterentwicklung der SEO. AEO steht für die Optimierung von Texten für direkte, strukturierte Antworten auf Anfragen, die in Antwortboxen oder Featured Snippets auf der Suchergebnisseite von Google erscheinen, anstatt nur in einer Liste von Links angezeigt zu werden. Inhalte werden für die AEO so optimiert, dass sie direkt als Antwort in hervorgehobenen Snippets, für Sprachassistenten oder in KI-basierten Chat-Ergebnissen geeignet sind und erwähnt werden.
Was bedeutet LLMO?
LLMO steht für Large Language Model Optimization und optimiert Inhalte für große Sprachmodelle. Im Gegensatz zur klassischen Suchmaschinenoptimierung, die auf Rankings abzielt, fokussiert sich die LLMO darauf, in den von Sprachmodellen wie ChatGPT oder Perplexitiy generierten Antworten als Quelle zitiert oder genannt zu werden.
Was ist die Zero-Click-Search?
Eine Zero-Click-Search ist eine Suchanfrage, bei der man die gesuchte Information direkt auf der Suchergebnisseite (SERP) erhält, ohne auf einen externen Link zu klicken. Stattdessen bieten spezielle Formate die gesuchte Antwort. Dazu gehören Featured Snipptes (siehe Bild unter FAQ: Was ist AEO) oder KI-generierte Zusammenfassungen. Hier werden zwar auch die Links zu Websites angezeigt, aber die meisten Nutzer:innen geben sich mit der gelieferten Antwort zufrieden, ohne auf die Links zu klicken. Die Antworten werden also ohne einen einzigen Klick geliefert. Dies bedeutet für viele Websites den Verlust von Traffic.
Maria Squarra
Digitalstrategin für Content, SEO und GEO
Maria Squarra ist Digitalstrategin mit Schwerpunkt auf Websitestrategien, Corporate Blogs und Sichtbarkeit in KI-Such- und Antwortsystemen. Sie hilft dabei, komplexe digitale Anforderungen einzuordnen und umzusetzen.
Das begegnet mir immer wieder bei Kund:innen und Kolleg:innen, wenn es um das Thema Bloggen geht: das Gefühl, dass die Zeit dafür fehlt. In diesem Beitrag schlüssele ich mit einer Prise Humor auf, welche Zeitmanagement-Methoden sich für das Bloggen eignen. Du erfährst, wie du es schaffst, trotz fehlender Zeit ins Bloggen zu kommen oder deinen Blog wieder aufleben zu lassen.
Ich gehöre selbst zu denen, die in der Anfangszeit nie Zeit für das Bloggen gefunden haben. Trotzdem habe ich es geschafft, dass mein Blog mit der Zeit wuchs und ich selbst immer wieder dranbleibe. Mir hilft die Kombination mehrerer Methoden, um am Ball zu bleiben: das Blog-Coworking, feste Zeitblöcke und spontane Blogsessions.
Welcher Methoden-Typ bist du?
Ob man sich für das Bloggen einen Workflow einrichtet und die Zeiten fest blockt oder spontan und flexibel bloggt - das ist eine ganz individuelle Angelegenheit und hängt mit der jeweiligen Persönlichkeit und der Lebenssituation zusammen.
Vielleicht bist du beispielsweise der Deep-Dive-Typ, der alles in einem Rutsch erledigt, oder du bist der Sandwich-Typ, der den Prozess in einzelne Scheiben aufteilt und an mehreren Tagen daran arbeitet. Vielleicht bist du auch der Break-Typ. Das ist jemand, der jede kleine Wartepause für das Recherchieren und Schreiben nutzt. Der Community-Typ braucht Mitstreiter:innen, die zur gleichen Zeit bloggen.
Das Problem ist meist, die Zeit zu finden, auch dann, wenn man gefühlt gerade keine Zeit hat. Im Folgenden nenne ich dir mehrere Methoden, mit denen du es schaffen kannst, regelmäßig zu bloggen.
Dabei dürfen wir nicht vergessen, dass die Hürde, regelmäßig zu bloggen, häufig darin besteht, fehlende Routinen zu etablieren. Das lässt sich vergleichen mit dem frommen Neujahrswunsch, im neuen Jahr mehr Sport zu treiben. Wenn das System zum Erreichen der Ziele oder für das Umsetzen einer Routine fehlt, bleibt es beim Wunsch. Aber schauen wir uns zunächst ganz praktisch an, welche Methoden helfen, mit ganz wenig Zeit einen Blog aufzubauen.
Mikro-Zeitblöcke schaffen - die Tapas-Methode
Manchmal ist der Alltag so turbulent, dass du dir einen 48-Stunden-Tag wünschst? An Bloggen ist dann nicht zu denken? Hier lade ich dich zum Umdenken ein, denn auch mit kurzen freien Zeitfenstern lässt es sich effizient und nachhaltig bloggen.
Reserviere dir hierfür eine bestimmte Zeitspanne, die für dein Zeitmanagement realistisch ist. Dazu reichen bereits 5 oder 10 Minuten am Tag, wenn du dies konsequent täglich umsetzt.
Oder nimm dir vor, nur einen oder zwei Sätze am Tag zu schreiben. Daraus entsteht eine Gewohnheit und oft werden daraus spontan ganze Absätze. Mit Ausdauer wird daraus nach einer Weile ein vollständiger Blogartikel - die Tapas-Platte.
Vielleicht schaffst du es sogar, regelmäßig 20 bis 30 Minuten zu bloggen, wenn sich im Familienalltag spontan Gelegenheiten ergeben (zum Beispiel während der Kinderbetreuung durch den Partner oder nach dem Zubettbringen). Auf diese Weise entstehen durch Kontinuität mit der Zeit vollständige Artikel.
Wartezeiten nutzen - die Break-Methode
Im Alltag gibt es immer wieder Zeiten, in denen wir warten und die wir oft mit dem Scrollen am Handy verschwenden, wie zum Beispiel bei Bahnfahrten. Als meine Kinder noch klein waren, ergaben sich immer wieder Wartezeiten: zum Beispiel beim Warten auf dem Sportplatz, beim Abholen der Kinder vor dem Schulende, im Wartezimmer einer Arztpraxis. Oft ergaben sich mehrere Zeiten am Tag mit kurzen Wartezeiten. Solche Zeiten lassen sich wunderbar für das Bloggen nutzen.
Aufgaben systematisch aufteilen - die Sandwich-Methode
Das Verfassen eines Blogartikels besteht nicht nur aus dem Schreiben selbst, sondern gliedert sich in verschiedene Phasen auf: Ideensammlung, Recherche, (semantische) Keywordsuche, Entwicklung einer Textgliederung, Schreiben des Textes, Optimierung für die Suchmaschinen und KI-Tools, Überarbeiten, Korrekturschleifen und Feinschliff.
Jede dieser Teilaufgaben lassen sich auf verschiedene Tage oder Wochen aufteilen. Betrachten wir die Teilaufgaben als Schichten, so mag man dabei an ein Doppeldecker-Sandwich denken oder an einen üppigen Burger.
So funktioniert die Sandwich-Methode
In der ersten Woche geht es um die Ideensammlung und Recherche. Dies kann zwischendurch geschehen und/oder ganz gezielt zu festgelegten, eingeplanten Zeiten - je nachdem, wie viel du für deinen Beitrag noch recherchieren musst. In der zweiten Woche kann eine Rohfassung entstehen, die eine grobe Gliederung des Artikels enthält.
Vielleicht gehörst du zu denen, die erstmal drauflos schreiben und im Anschluss den Artikel gliedern. Je nach Schreibtyp kann dieser Prozess unterschiedlich ausfallen. Manche Menschen veröffentlichen ihre Texte zum Beispiel sofort nach Fertigstellung. Andere sind der Meinung, dass Texte davon profitieren, ein paar Stunden, eine Nacht oder ein paar Tage liegen gelassen zu werden.
Mit einem frischen Blick auf den Vorentwurf fällt die Ausarbeitung und das Feintuning in der dritten Woche gleich viel leichter. Die vierte Woche wird für die Optimierung und Korrekturschleifen genutzt.
In Gemeinschaft bloggen - die Community-Methode
Es gibt die Schreibenthusiast:innen, die jede freie Minute nutzen, um zu bloggen. Das liegt nicht allen Menschen. Manche brauchen einen kleinen Anstupser in Form einer Blog-Community. Annas Blognacht hat mir sehr dabei geholfen, ins regelmäßige Bloggen zu kommen.*
Eine Community, ein Coworking oder ein fester Termin können helfen, sich zu committen und nachhaltiger am Bloggen dranzubleiben. Der Austausch untereinander und die Kommentare im Anschluss motivieren, weiterzumachen. Mit einem positiven Feedback zum eigenen Artikel macht es gleich viel mehr Spaß, zu bloggen, als immer allein im stillen Kämmerlein zu schreiben.
Einen festen Termin setzen - die Deadline-Methode
Blogparaden mit einer Deadline, eine Präsentation in einem Forum, die auf dem Blogartikel aufbaut und andere Termine erzeugen den Druck, rechtzeitig mit dem jeweiligen Thema fertig zu werden und den Blogartikel spätestens zur Deadline zu veröffentlichen.
Beobachte dich einmal, wie die Etappen des Bloggens aussehen, wenn du eine Deadline erhalten hast. Wie startest du und wie sieht der Prozess bis zum fertigen Blogartikel aus? Daraus lassen sich meist nützliche Schlüsse für die eigene, regelmäßige Blogroutine ableiten.
Saisonal vorplanen - die Jahreszeiten-Methode
Diese Methode arbeitet ebenfalls mit einer Deadline und eignet sich insbesondere für Themen, die einen saisonalen Bezug haben. So kann eine DIY-Bloggerin beispielsweise vier Themen pro Jahr vorplanen: Osterbasteleien im Frühling, maritime DIYs im Sommer, Kürbisschnitzereien im Herbst und Weihnachtsbasteleien im Winter. Die Blogartikel können lange im Voraus geplant und geschrieben werden. Der Beginn der jeweiligen Jahreszeit entspricht dabei einer Deadline.
In einem Rutsch bloggen - die Deep-Dive-Methode
Gehörst du zu denen, die gerne Dinge zu Ende bringen und es nicht mögen, wenn sie Aufgaben auf den nächsten Tag oder die nächste Woche verschieben müssen? Manche Menschen lieben es, sich derart in ein Thema zu vertiefen, also einzutauchen, dass sie den gesamten Prozess von der Ideenfindung bis zur letzten Korrekturschleife in einem Rutsch durchlaufen.
Kurze Texte sind mit dieser Methode relativ schnell fertig. Längere Texte, die eine ausführliche Recherche erfordern, brauchen unter Umständen bis zu fünf bis acht Stunden. Blocke dir hierfür je nach Textlänge einen ganzen Tag im Monat oder jeden Sonntag zwei bis drei produktive Stunden.
Ganz wenig Zeit - die Voice-Memo-Methode
Als ich mit dem Bloggen startete, saß ich oft vor dem Bildschirm wie vor einem weißen Blatt, ohne dass ich nennenswertes "zu Papier", also auf den Bildschirm brachte. Damals hatte ich oft Wartezeiten, wenn eines meiner Kinder einen Termin beim Kieferorthopäden hatte. In dieser Zeit setzte ich mich in mein Auto und sprach fast vollständige Blogartikel auf meine Voice-Memo-App. Dies ist eine sehr hilfreiche Methode auch für Menschen, die lange Fahrtzeiten zur Arbeit auf sich nehmen.
Mit der Voice-Memo-Methode lassen sich auch Ideen für neue Blogartikel auf die Schnelle zwischendurch festhalten. Oft kommen die Ideen spontan zwischendurch, wenn wir einen Social Media Post lesen, ein Kundengespräch haben oder mit Kolleg:innen sprechen. Hierfür eignet sich auch eine ToDo-App, eine Notizen-App oder ein kleines Notizbuch.
Texte recyclen - die Copy-Paste-Methode
Wie oft hast du schon einen Social-Media-Beitrag oder eine lange E-Mail verfasst, die so viel Wissen enthielten, dass du daraus einen Blogartikel verfassen könntest? Nutze den Text und baue ihn zu einem Blogartikel aus. Das spart Zeit und du bist schon im Thema drin. Umgekehrt kannst du natürlich auch bestehende Blogartikel verwenden für Social-Media-Posts oder erklärende Kunden-E-Mails.
Gewohnheiten schaffen - die Kopplungs-Methode
Wer Gewohnheiten ändern möchte und die Ergebnisse der Neurobiologie nutzt, weiß, dass neue gute Gewohnheiten sich am leichtesten aufbauen lassen, wenn man sie an bestehende Gewohnheiten koppelt.
Das kann in der Praxis bedeuten, dass man 10 Minuten nach dem Mittagessen für das Bloggen blockt oder jeden Abend nach dem Feierabend eine feste Zeit für das Bloggen einplant.
Dabei werden bestehende neuronale Pfade genutzt, um eine Änderung zu festigen. Gewohnheiten entstehen nicht allein aus einem Willensentschluss, sondern festigen sich durch Wiederholung und mit etwas Geduld, bis eine Routine geschaffen wurde. Ein unterstützendes Umfeld, wie zum Beispiel ein Bloggerforum oder ein Blog-Coworking kann diesen Prozess beflügeln.
Zyklisches Bloggen - die Biorhythmus-Methode
Gehörst du zu denen, die es lieben, morgens zu schreiben? Oder bist du eher eine Nachteule, die abends oder spät in der Nacht die besten Ideen hat? Ziehst du dich gerne in eine Ecke zurück oder bevorzugst du es, im Coworking Café zu bloggen? Nutze für das Bloggen die Tageszeit, in der du am besten kreativ arbeiten kannst, und den Ort, wo du dich am wohlsten fühlst, und es wird dir viel leichter fallen, am Ball zu bleiben.
Der weibliche Zyklus ist bestimmten Rhythmen unterworfen. Die Zeiten mit wenig Energie könntest du für Routineaufgaben, wie Formatierung und Bildauswahl, und Recherche nutzen. Die Hochenergiephasen bieten sich für den Schreibprozess an, insbesondere dann, wenn das Thema anspruchsvoll ist.
Stimmungsschwankungen lassen sich gleichermaßen für das Schreiben nutzen: Schreibe in euphorischen Phasen Motivationsartikel, in nachdenklichen Phasen über tiefgreifende Themen. Wenn du in schlechter Verfassung bist, könntest du über Lektionen, die du gelernt hast, oder über Probleme und ihre Lösung schreiben.
Schnell umsetzen - die Revisions-Methode
Manchmal hilft es, eine Idee für einen Blog-Artikel sofort umzusetzen, bevor sie wieder verloren geht. Wenn dir diese Methode liegt, setze dich zeitnah hin, schreibe 10 Minuten und veröffentliche den Blogartikel.
Das Schöne am Bloggen ist, dass wir unsere Artikel jederzeit überarbeiten können. Den kurzen Blogartikel, den du in 10 Minuten geschrieben hast, kannst du nach und nach überarbeiten, indem du Inhalte ergänzt, die Stilistik überarbeitest und die Struktur anpasst, bis der Artikel aus deiner Sicht vollständig ist.
Worauf es letztlich ankommt
Wir hören oft, dass wir dieses oder jenes tun müssten, wenn wir erfolgreich sein wollen. Musst du dich zum Bloggen zwingen und steckt womöglich gar kein Zeitproblem dahinter?
Manchmal hapert es an der Erkenntnis, dass die Zeit, die wir uns für das Bloggen nehmen, sinnvolle Zeit ist, die wir in unser Business investieren. Und dazu gehört eben auch das Bewusstsein, dass das Produzieren von Content in Form eines Blogs kein Nice-to-have, sondern ein wichtiges und wirksames Marketingtool ist.
Bloggen ist nach wie vor eine der besten Maßnahmen für Reichweite und Sichtbarkeit. Aber es nützt uns keine einzige Methode des Zeitmanagements, solange das Bloggen als mühselige Pflicht gesehen wird. In dem Fall ist ein Podcast oder ein Vlog die bessere Wahl. Oder du benötigst ein wenig Starthilfe, zum Beispiel in Form eines Blog-Workshops oder eines Blog-Coworkings.
Fazit
Mit einem leichten Augenzwinkern habe ich hier mehrere Methoden vorgestellt, mit denen du auch mit ganz wenig freier Zeit leicht in eine Blogroutine findest. Dabei kannst du ganz nach deinen individuellen Bedürfnissen gehen und die neue Routine an deinen (Familien-)Alltag anpassen. Trotz der Fantasienamen, die hier für die Methoden zur Anwendung kommen, handelt es sich um bewährte und zum Teil wissenschaftlich fundierte Methoden.
Probiere sie gerne mal aus und schreibe in die Kommentare, welche der Methoden oder welche Methoden-Kombination dir geholfen hat, regelmäßig zu bloggen.
Weitere Infos
*Der Beitrag entstand während der 58. Blognacht, die von Anna Koschinskis ausgerichtet wird. Das Impulsthema des Abends war "Außergewöhnlich".
Das erste Bild stammt von Adobe.
Maria Squarra
Digitalstrategin für Content, SEO und GEO
Maria Squarra ist Digitalstrategin mit Schwerpunkt auf Websitestrategien, Corporate Blogs und Sichtbarkeit in KI-Such- und Antwortsystemen. Sie hilft dabei, komplexe digitale Anforderungen einzuordnen und umzusetzen.
Die Entwicklung und Verbreitung von KI-Tools hat die Content-Landschaft drastisch verändert. Blogartikel und andere Texte können mühelos mit ChatGPT, Claude und anderen KI-Tools erstellt werden. Gleichzeitig werden User:innen mit zum Teil zweifelhaftem Content in Massen überschwemmt. Die Regeln der herkömmlichen Suchmaschinenoptimierung stellen viele in Frage, da mit der Einführung der AI Overviews bei Google das Ranking rapide gesuken ist. Das neue Zauberwort für mehr Reichweite heißt jetzt GEO oder Generative Engine Optimization (GEO). Was kannst du tun, um auch in KI-Suchmaschinen sichtbar zu werden?
Lesedauer 14 Minuten | Zuletzt aktualisiert am 12.03.2026
Das Wichtigste in Kürze
Konzentriere dich auf dialogorientierte Inhalte: Schreibe in natürlicher Sprache mit Fragen als Zwischenüberschriften und integriere FAQ-Abschnitte. User:innen stellen ganze Fragen statt einzelne Keywords einzugeben.
Nutze die semantische Keywordsuche: Verwende Long-Tail-Keywords, Synonyme und verwandte Begriffe statt einzelner Keywords. Erstelle umfassenden Content, der alle Aspekte eines Themas abdeckt.
Achte auf Content-Qualität (E.E.A.T.): Zeige deine Expertise durch detaillierte, umsetzbare Inhalte, die eigene Erfahrungen mit einbeziehen. Qualität schlägt Quantität bei der Referenzierung durch KI-Tools.
Verwende strukturierte Daten: Implementiere Schema Markup (FAQPage, HowTo, Article) und achte auf eine klare Überschriften-Hierarchie. KI-Tools können so deine Inhalte besser verstehen und verarbeiten.
GEO ergänzt SEO: Generative Engine Optimization ersetzt SEO nicht, sondern erweitert sie. Ohne SEO funktioniert GEO nicht. Beide Ansätze sind gleichermaßen wichtig für die Sichtbarkeit in verschiedenen Suchkanälen.
SEO oder GEO - wohin geht die Reise?
Wird SEO jetzt überflüssig? Ist GEO die Nachfolgerin von SEO? Oder betrachten wir sie als gleichberechtigt nebeneinander? Es kommt darauf an.
Jahrelang haben wir uns auf die Suchmaschinenoptimierung (SEO) konzentriert, damit unser Content in Suchmaschinen wie Google gut rankt. Mit dem zunehmenden Einsatz von ChatGPT und anderen generativen KI-Tools und der Einführung der AI Overviews (vgl. FAQs unten) hat sich die Art geändert, wie Menschen nach Ergebnissen suchen.
User:innen geben ganze Sätze ein, stellen Fragen und suchen Ergebnisse auf eine Weise, die einem menschlichen Dialog ähnelt. Zusätzlich wollen User:innen nicht mehr lange recherchieren, sondern wünschen sich schnelle und umfassende Antworten auf ihre Fragen. Als Folge verliert das Ranking in Google's Linklisten auf der Suchergebnisseite an Relevanz - die Zero Click Search, also KI-generierte Suchergebnisse, für die keine Links mehr angeklickt werden müssen, wird zu einem ernstzunehmendem Faktor.
Suchergebnisseite von Google mit AI Overview (links oben "Übersicht mit KI")
An dieser Stelle kommen GEO und einige weitere Trends ins Spiel, die die Zukunft von Blogs und Content stark beeinflussen werden. SEO wird weiterhin eine Rolle spielen, allerdings in einem anderen Kontext als bisher. Denn wenn Freelancer:innen, Solopreneur:innen und Unternehmen wettbewerbsfähig bleiben wollen, reicht es nicht mehr aus, den Blog oder die Website für SEO zu optimieren. Jetzt kommen neue Herausforderungen auf uns zu: die Optimierung von Texten und Content für generative KI-Tools, um von KI-Suchmaschinen als Quelle verarbeitet, zitiert und dort sichtbar zu werden.
Was ist GEO?
GEO steht für Generative [Search] Engine Optimization. Alternativ werden auch die Begriffe AI Search Optimization, Answer Engine Optimization (Voice Search), LLM (Large Language Model) Optimization verwendet. Generative Engine Optimization umfasst dabei als Oberbegriff Strategien, um Inhalte für KI-basierte Such- und Antwortsysteme optimal nutzbar zu machen.
AI Search Optimization legt den Fokus auf KI-gestützte Suche. Answer Engine Optimization zielt auf direkte, strukturierte Antworten ab. Die Large Language Model Optimization dient dazu, die maschinenlesbare Aufbereitung für Sprachmodelle inhaltlich wie technisch zu optimieren.
Bei GEO geht es um die Anpassung und Optimierung von Inhalten an die Art und Weise, wie KI-gesteuerte Suchmaschinen Antworten generieren. Mit GEO stellst du sicher, dass generative KI-Modelle wie ChatGPT, Perplexity, Gemini und ähnliche Technologien deine Inhalte und damit deine Marke wahrnehmen und in ihren Antworten ausspielen.
Während bei der traditionellen SEO neben weiteren Faktoren vor allem Keywords und ein guter Linkaufbau relevant sind, verfolgt die Generative Engine Optimization einen eher dialogorientierten und kontextbezogenen Ansatz. Neben SEO kommt es jetzt auch darauf an, die Inhalte einer digitalen Marke so anzupassen, dass sie wie KI-Modelle Anfragen interpretieren und Antworten liefern. Es geht also nicht mehr nur um das Ranking und Klickraten, sondern um Relevanzraten.
Wie funktioniert GEO?
Wenn du GEO anwendest, optimierst du deine Inhalte bestenfalls so, dass sie mit der Art und Weise der Informationsverarbeitung durch generative KI-Suchmaschinen übereinstimmen. Dies ist ein vielschichtiger Prozess, der die Optimierung der Inhalte, die Integration von Keywords und die Verbesserung der Benutzerfreundlichkeit miteinbezieht. Außerdem bevorzugen generative Suchmaschinen solche Inhalte, die leicht zu analysieren, gut strukturiert und aussagekräftig sind.
1. Neue Abfragemuster
User:innen geben nicht mehr einzelne Stichworte ein, sondern stellen gezielte Fragen, also statt zum Beispiel abzufragen: "Schreibblockade überwinden" geben sie ein: "Wie überwinde ich eine Schreibblockade?". Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die neuen Abfragemuster umzusetzen:
Dies kannst du beispielsweise durch Fragen in Zwischenüberschriften erreichen, die du im nachfolgenden Abschnitt konkret beantwortest.
Konzentriere dich auf die Fragen deiner Zielgruppe. Welche Probleme möchten sie lösen? Passe deine Inhalte so an, dass die User:innen klare und umsetzbare Antworten erhalten.
Schreibe so, wie du sprichst. So wird dein Content für KI-Tools natürlich und nachvollziehbar.
Ergänze Definitionen und Erklärungen, die du mit "Was ist..." betitelst.
Baue FAQ-Abschnitte ein mit klaren, kurzen Antworten.
Du könntest noch einen Schritt weitergehen und deine Inhalte für die Voice Search anpassen, also die Suche über Spracherkennung oder Sprachassistenten wie Siri. Hier optimierst du deine Inhalte so, dass sie für direkte Antworten von Sprachassistenten und KI-Systemen geeignet sind.
2. Technische Voraussetzungen
Grundsätzlich sind alle technischen Einstellungen, die deine Website absichern und auf die Benutzerfreundlichkeit einzahlen, weiterhin wichtig. Auch sind viele Einstellungen, die bisher für die SEO eine Rolle gespielt haben, noch immer relevant.
Stelle nach wie vor sicher, dass deine Website technisch einwandfrei funktioniert, über schnelle Ladezeiten verfügt und intuitiv bedienbar ist. Darüber hinaus ist eine mobile Optimierung unabdingbar.
3. Strukturierte Daten (Schema Markups)
Die oben erwähnte Verwendung von FAQ-Abschnitten knüpft beim nächsten Thema an: die Verwendung von strukturierten Daten oder Schema Markup. Wenn du strukturierte Daten wie FAQPage, HowTo oder Article implementierst, hilft das KI-Tools, deine Inhalte besser zu verstehen und korrekt darzustellen – etwa in AI Overviews, Gemini oder bei der Voice Search. Optimiere auch Bilder und Videos mit Alt-Texten und strukturierten Daten, um in multimodalen KI-Suchergebnissen präsent zu sein.
In der folgenden Tabelle findest du Beispiele für Inhaltstypen und das passende Schema:
Inhaltstyp
SchemaMarkup
Blogartikel
Article
Autor:in
Person
Häufige Fragen, FAQ, FAQ-Seite
FAQPage
Tutorial, Schritt-für-Schritt-Anleitungen
HowTo
Bild
ImageObject
Videos
VideoObject
Audio-Wiedergabe
Speakable
4. Struktur der Inhalte
Ein wichtiger Aspekt ist die Strukturierung der Inhalte. Dies war bereits ein wichtiger SEO-Faktor und spielt für die GEO eine noch wichtigere Rolle.
Achte auf der Website insgesamt auf klare Kategorien.
Auf Seiten und in Blogartikeln kommt es auf eine saubere und logische Hierarchie der Überschriften (H1, H2, H3 usw.) an.
Schreibe kurze Absätze, verwende Listen und Tabellen und formuliere klare Zwischenüberschriften. Dadurch erleichterst du der KI das Abrufen präziser Informationen.
Ergänze deine Inhalte durch eine Zusammenfassung der wichtigsten Informationen.
Erstelle SEO-relevante Seiten oder Blogartikel zu einem Thema / Keyword. Stelle hierbei kontextbezogene Antworten bereit.
Empfehlenswert ist auch ein Content Hub, das die Zusammenführung verschiedener Inhaltstypen zu einem Keyword oder Thema ermöglicht.
5. Die Rolle der Keywords
Keywords spielen auch weiterhin eine Rolle. Allerdings kommt es weniger darauf an, die Inhalte auf ein einziges Keyword oder eine Key Phrase zu optimieren, sondern vielmehr die semantische Keywordsuche anzuwenden. So baust du Keywords gemäß GEO ein:
Greife in deinen Texten verwandte Begriffe, Synonyme und unterschiedliche Schreibweisen auf.
Optimiere auf Long-Tail Keywords und verteile die Key Phrases auf natürliche Weise im Text.
Verwende KI-freundliche Keywords, die von KI-Modellen eher erkannt werden. Anders ausgedrückt, verwende Ausdrücke, die der Art und Weise entsprechen, wie User:innen mit KI-Tools interagieren.
Integriere die semantische Keywordsuche. Das ist "eine Datensuchtechnik, die sich darauf konzentriert, die kontextuelle Bedeutung und Absicht hinter der Suchanfrage eines Nutzers zu verstehen, anstatt nur Keywords abzugleichen" [vergleiche Google Cloud]. Wenn jemand beispielsweise einen "Laptop für Grafikdesign-Studium" sucht, werden nicht nur Ergebnisse mit dem gleichen Wortlaut ausgegeben, sondern die Suchmaschine filtert auch Ergebnisse heraus, die mit der Suchintention zusammenhängen, wie zum Beispiel bestimmte Funktionen oder Angebote für Student:innen.
Je umfassender dein Content ist, desto besser. Fülle Lücken (Keyword Gaps) und ergänze fehlende Aspekte in vorhandenem Content.
6. Qualität der Inhalte
Websites und Blogs, die generische Inhalte liefern, werden es in Zukunft schwer haben. Um von den KI-Modellen referenziert zu werden, kommt es auf eine hohe Qualität des Contents an, wobei detaillierte, umsetzbare Inhalte, die spezifische Probleme lösen, von KI-Tools bevorzugt werden. Das kannst du tun:
Schreibe qualitativ hochwertige Inhalte, die in die Tiefe gehen und integriere die Ergebnisse der semantischen Keywordsuche.
Untersuche, welche deiner Artikel ein ähnliches Thema behandeln und identifiziere inhaltliche Überschneidungen. Führe die Artikel zu einem Text zusammen, der GEO-Kriterien entspricht, und baue den Inhalt bei Bedarf weiter aus. Dabei kann dich ChatGPT unterstützen.
Finde heraus, welche deiner Artikel am besten für dein Zielkeyword ranken und optimiere deinen Artikel, um noch bessere Ergebnisse als die AI Overviews zu generieren.
Ergänze Zitate, Fakten und Info-Grafiken, um die Inhalte noch interessanter und ansprechender zu gestalten.
Des Weiteren kommt es auch bei GEO auf eine saubere Rechtschreibung, korrekte Grammatik und einen guten Satzbau an. Achte auch auf eine gute Lesbarkeit (siehe oben unter Struktur).
7. Expertise zeigen - Das E.E.A.T.-Prinzip
Wenn es um die Qualität der Inhalte geht, so bleibt das E.E.A.T.-Prinzip weiterhin relevant. Die Abkürzung setzt sich zusammen aus Experience, Expertise, Authoritativeness und Trustworthiness. Diese vier Wörter beschreiben Content und Websites, die Inhalte von außergewöhnlicher Qualität zur Verfügung stellen.
Was bedeutet das E.E.A.T.-Prinzip?
Experience: Bringe fachliche und persönliche Erfahrungen in deine (Blog-)Texte ein. Die Inhalte dürfen persönlich gefärbt sein. Achte aber darauf, dass du nicht zu viele persönliche Dinge hineinbringst, da die generativen Suchmaschinen sich noch schwer damit tun, solche Informationen zu verarbeiten.
Expertise: Zeige deine Expertise, stelle deine eigenen Methoden dar und bringe deine Positionierung ein. Beantworte Fragen der Community entsprechend den Anforderungen der GEO, um deiner Expertise Ausdruck zu verleihen.
Authoritativeness: Um eine Autorität im jeweiligen Bereich zu werden, benötigt es Zeit. Daher achte auf die ersten beiden Punkte und verfolge sie weiter. Wenn andere Expert:innen aus deiner Branche auf deinen Content verlinken und du Backlinks erhältst, sehen sie dich als Autorität in deinem Gebiet an.
Trustworthiness: Mit richtig guten Blogartikeln lässt sich das Vertrauen der Leser:innen stärken. Dies geschieht durch qualitativ hochwertige Inhalte, die genau sind, aktuell und deren Überschriften zum Inhalt passen. Sie enthalten Verlinkungen auf relevante Websites und weisen Quellen sauber nach. Weitere Aspekte, die das Vertrauen stärken:
schnelle Ladezeiten
eine benutzerfreundliche Navigation
einfach zu findende Informationen zum/r Website-Eigner:in, zu den Kontaktdaten und Rechtstexten
SSL-Verschlüsselung
GEO und klassische SEO im Vergleich
Einige Aspekte, die für die GEO eine Rolle spielen, waren und sind auch für die SEO relevant. In der folgenden Tabelle stelle ich die wesentlichen Unterscheide einander gegenüber:
Faktor
SEO
GEO
Ausrichtung
auf klassische Suchmaschinen
auf generative KI-Suchmaschinen.
Relevanz
Keywords, Key Phrases, Linkaufbau und Onpage-Optimierung
Aus der Vielzahl an Tools, die dich bei der Erstellung von GEO-Content unterstützen, oder die überwachen, wo deine (Marken-)Inhalte in KI-Suchmaschinen referenziert werden, stelle ich dir fünf kurz vor: Frase, Surfer SEO, NeuronWriter, BrandRank.AI und Otterly.AI.
Frase ist ein KI-Generator, der dich mithilfe von KI dabei unterstützt, ausgehend von Keywords gut recherchierte und optimierte Inhalte zu erstellen, welche die häufigsten Fragen zu deinem Thema beantworten. Dadurch werden deine Inhalte in generativen Suchmaschinen besser sichtbar, da sie die Nutzer-Absicht berücksichtigen. Alternativen sind neuroflash und Jasper.
Surfer SEO unterstützt auf der Basis von KI bei der Optimierung von Seiten und Blogartikeln, indem es Seiten mit Top-Rankings bei Google analysiert und Richtlinien für die Struktur, die Verwendung von Keywords und die Länge von Inhalten anbietet.
NeuronWriter hilft dabei, Inhalte unter Berücksichtigung der Benutzerabsicht zu planen, zu schreiben und zu optimieren. Das KI-Tool verfügt über einen erweiterten Inhaltseditor mit semantischen Modellen (NLP), Google SERP-Analyse und Wettbewerbsdaten.
BrandRank.AI ist ein Brand Monitoring Tool, das sich auf generative Suchmaschinen fokussiert und die Antworten auf Markenerwähnungen hin untersucht. Eine klassische Social-Web-Überwachung ist nicht inbegriffen. Die meisten Brand Monitoring Tools sind noch sehr kostenintensiv. Für Einsteiger könnte Otterly.AI eine gute Alternative sein, um die eigene Marke bei Plattformen wie Google's AI Overview, ChatGPT und Perplexity zu überwachen.
Was bleibt und was kommt?
Wer sich zu früh gefreut hat, wird jetzt eines Besseren gelehrt, denn SEO wird weiterhin eine Rolle spielen. Menschen suchen nicht mehr nur bei Google, sondern auch bei Instagram, Amazon, TikTok, YouTube, Pinterest und LinkedIn. All diese Kanäle profitieren von der Suchmaschinenoptimierung. Daher sollten so viele Kanäle bespielt werden, wie es möglich und machbar ist.
Bei einem Blick in die Quellen, auf die sich KI-Tools für ihre Ergebnisse stützen, fällt auf, dass überwiegend solche Webseiten herangezogen werden, die ausführliche und gut strukturierte Inhalte liefern. Darüber hinaus sind diese Inhalte suchmaschinenoptimiert. Die Quellen verfügen bereits über eine Autorität in ihrem Bereich und damit über ein gutes Ranking.
Websites und Blogs mit wenigen Besuchern könnten es schwer haben, den neuen Anforderungen gerecht zu werden. Wer bezüglich SEO oder der Qualität der Inhalte Defizite hat, sollte sich darum bemühen, diese so schnell wie möglich auszugleichen. Dabei stellt sich natürlich die Frage, wie Selbständige, die alle Business-Bereiche selbst abdecken, oder KMU ohne Contentabteilung mithalten, wettbewerbsfähig bleiben und die Konkurrenz oder die Inhalte großer Agenturen in den Schatten stellen können.
Für wen schreiben wir?
Hier kommen wir auch wieder zur Frage nach der Zielgruppe und der Ausrichtung des eigenen Blogs und des Contents in anderen Kanälen wie Social Media. Auch wenn wir unsere Inhalte für SEO und GEO optimieren, so schreiben wir doch hauptsächlich für die Nutzer:innen. Mit den neuen Technologien verlieren wir vielleicht die Menschen, die wegen schneller Antworten auf unsere Website kamen. Aber es bleiben diejenigen, die Inhalte mit Tiefe suchen.
Vielleicht hast du ein Signature-Produkt oder eine bestimmte Methode entwickelt, die es noch nicht in die generativen Suchmaschinen geschafft hat? Du kannst die Menschen über deinen Blog und Beiträge in den sozialen Medien, bei YouTube, im Fediverse oder bei Pinterest auf dich aufmerksam machen.
Ein weiterer Punkt ist, dass wir unsere Werte und unsere Haltung in unserem Blog und in den sozialen Medien zum Ausdruck bringen können. Meinungsbildende Artikel sind zwar noch kein Faktor für KI-Suchmaschinen. Aber mit solchen Artikeln ziehen wir diejenigen Kund:innen an, deren Werte mit unseren übereinstimmen.
Fazit
Die Einführung der Generative Engine Optimization hat die Anforderungen an Inhalte verändert. Die Suchmaschinenoptimierung war schon immer einem Wandel unterworfen. So wird GEO die Suchmaschinenoptimierung nicht ersetzen, sondern es bedeutet die Weiterführung bestehender Anforderungen bei gleichzeitiger Anpassung an neue Technologien.
Was bedeutet das für Blogs? Weiter bloggen!
Die Inhalte, die wir liefern, sollten sich noch stärker als bisher an der Zielgruppe orientieren. Mit einem Blog können wir nicht nur Themen in epischer Tiefe behandeln. Bloggen ermöglicht uns auch, der eigenen Haltung Ausdruck zu verleihen und Expertise zu zeigen.
Daher ist meine Empfehlung:
vorhandene Inhalte zu aktualisieren und zu optimieren,
fehlende Aspekte und Keyword Gaps zu ergänzen,
SEO in allen Kanälen anzuwenden,
das E.E.A.T.-Prinzip zu beachten,
mit Blogmarketing die Sichtbarkeit und Reichweite zu pushen und
fortlaufend KI-Trends zu beobachten und auf Veränderungen zu reagieren.
Weitere Informationen
Das erste Bild stammt vom Fotografen ThisIsEngineering (Pexels, 12.06.2026)
Die Screenshots zu den AIO stammt aus eigener Produktion.
Die im Blogartikel genannten Tools dienen der Information. Es handelt sich hier nicht um bezahlte Werbung.
FAQs
Was bedeutet AIO?
AIO ist die Abkürzung von AI Overview. Ein Beispiel zeigt das nachfolgende Bild. Die AI Overview ist eine der vier Säulen der von Google neu eingeführten SGE (Search Generative Experience): Nach Eingabe eines Suchbegriffs beziehungsweise einer Suchphrase oder -frage wird die AIO getriggert und liefert KI-gestützte Ergebnisse. Das Ergebnis ist vergleichbar mit den Suchergebnissen in KI-gestützten Tools wie ChatGPT, Perplexity oder Claude. Da hier nicht mehr auf Links geklickt werden muss, um Suchergebnisse zu erhalten, spricht man hier auch von der Zero Click Search.
Was ist die Zero-Click Search?
Die Zero-Click Search beschreibt den Vorgang, wenn auf der Suchergebnisseite von Google keine Links mehr angeklickt werden müssen, um ein Suchergebnis zu erhalten. Es führen verschiedene Ergebnisse zur Zero-Click Search: beispielsweise die AI Overview, die den Nutzer:innen KI-generierte Antworten liefert, die Featured Snippets, die die Antworten auf verwandte Fragen liefern und die Übersicht der Google Business Profile in Google Maps.
Maria Squarra
Digitalstrategin für Content, SEO und GEO
Maria Squarra ist Digitalstrategin mit Schwerpunkt auf Websitestrategien, Corporate Blogs und Sichtbarkeit in KI-Such- und Antwortsystemen. Sie hilft dabei, komplexe digitale Anforderungen einzuordnen und umzusetzen.
Als Inge Bateman mich zu ihrer Blogparade "Was schreibst du und warum?" eingeladen hatte, kamen zunächst verschiedene unangenehme Erinnerungen zum Thema Schreiben in mir hoch.
Lange Zeit konnte ich dem Schreiben nichts abgewinnen. Meine Schwestern schrieben bereits in der Grundschulzeit kleine Geschichten – nicht für die Schule, sondern einfach so, weil es ihnen Freude bereitete. Mich hat dies damals nicht gereizt. In der Grundschulzeit war ich Klassenbeste im Fach Deutsch. An fehlender Eignung lag es also nicht.
Danach, am Gymnasium, war das Fach Deutsch eine reine Qual für mich. Aufsätze zu schreiben, bei denen nur das positiv bewertet wurde, was zur gängigen Meinung gehörte oder der Meinung der Lehrkraft entsprach, machte mir keinen Spaß.
In der 10. Klasse musste ich eine ausführliche Hausarbeit von circa 10 DIN-A4-Seiten schreiben, bei der es um eine fundierte und ausführliche Interpretation des Wälzers "Der grüne Heinrich" ging. Das war etwas, in dem ich mich wiederfand.
Mein zwiespältiges Verhältnis zum Schreiben
Auch wenn ich dem Schreiben als junger Mensch zwiespältig gegenüberstand, so hat mich das Interesse an internationalen Verbindungen und anderen Kulturen am Ende dazu bewogen, Fachübersetzen mit einem Schwerpunkt in technischen Themen zu studieren. Hier musste ich nicht nur Texte in einen anderen Sprachraum übertragen, sondern konnte mich auch mit spannenden technischen Themen und Zusammenhängen befassen.
So gerne ich fremde Sprachen erlernt und mich mit den Texten beschäftigt habe, stieß ich bald an Grenzen: Meine Motivation, zu übersetzen, ließ nach dem Studium ziemlich schnell nach, weil es mir erstens nicht gefiel, so detailliert an sprachlichen Ausdrücken zu feilen, und zweitens missfiel, dass ich die Texte nicht verbessern durfte. Wobei beides eng miteinander zusammenhing.
Keine Lust auf schlechte Texte
Natürlich ist es wichtig, an sprachlichen Ausdrücken zu feilen, und ich danke meinen Dozent:innen noch heute dafür, dass sie uns immer wieder auf Schwächen in den Texten, auf die Fallstricke bei der Übertragung von Inhalten von einem Sprachraum in den anderen und auf Differenzierungen in der Ausdrucksweise hingewiesen haben.
Aber meiner kreativen Ader ging es gegen den Strich, die Texte möglichst nah an der Ausdrucksweise des Originals übersetzen zu müssen. Viel lieber hätte ich die Texte verbessert. So kam es, dass ich nach Beendigung des Studiums mehr und mehr Aufträge annahm, bei denen es um das Korrektorat und Lektorat ging. Aber auch hier fand ich mich irgendwann neuen Grenzen gegenüber, denn es ging bei den Texten schließlich immer um die Inhalte von anderen Autor:innen.
Die Wende: Das Universum der Blogs
Später dann, als die ersten Blogs aufkamen und mehr und mehr an Relevanz gewannen, wandelte sich mein Blick auf Inhalte und das Schreiben. Mich faszinierte die große Bandbreite an Blogthemen, die Gestaltung der verschiedenen Blogs – auch visuell – und die unterschiedliche, häufig sehr individuelle Art der Aufbereitung von Inhalten.
Einige Veränderungen im privaten Leben führten vor neun Jahren dazu, dass ich mich zur Webdesignerin und Online-Redakteurin weiterbilden ließ und mich damit selbständig machte. Eine der Weiterbildungen beendete ich mit einer Präsentation meiner Website und meines ersten eigenen Blogartikels. Mein eigener Blog war geboren!
Mein erster eigener Text
Diesen ersten Blogartikel habe ich als Interview umgesetzt und das Berufsbild der Virtuellen Assistenz vorgestellt. Drei Jahre lang habe ich ihn immer wieder überarbeitet: zum Teil inhaltlich, zum Teil stilistisch, bis ich mit der Fassung zufrieden war.
Wie wird man zur Bloggerin?
Zu dem Zeitpunkt fühlte ich mich allerdings noch nicht als Bloggerin. Schließlich war ich erst gestartet und ich wusste, dass ich weder meine eigene Schreibstimme noch meine Branding Voice gefunden hatte. Obwohl ich mich seit mehr als 25 Jahren mit Texten auseinandergesetzt hatte, war es am Ende doch etwas anderes, eigene Texte zu verfassen. Die Frage nach Themen beschäftigte mich dabei weniger als vielmehr die Frage nach der Struktur der Texte, des Stils und der Leser:innen-Ansprache.
Zudem habe ich mich lange Zeit nicht als "echte" Bloggerin gefühlt, da es in meinem Blog um Business-Themen ging. Heute sehe ich mich als Bloggerin, auch wenn ich meine persönliche Meinung zu gesellschaftlichen und politischen Themen in meinen Blogartikeln nicht einbringe.
Worüber ich schreibe und warum
Als ich mich nach der Weiterbildung 2017 selbständig machte und meine Website erstellt hatte, stand für mich fest, dass ein Blog dazu gehört. Ein Blog kann viele Anforderungen erfüllen. Mein Ziel war ein Unternehmensblog, auch Corporate Blog genannt. Ein Blog, der Wissen vermittelt und meine Leser:innen und potenziellen Kund:innen auf meine Angebote aufmerksam macht.
Wissensvermittlung ist mir nach wie vor ein Anliegen. Damit präsentiere ich meinen Leser:innen meine Erfahrung und meine Expertise. Im Vordergrund steht für mich dabei, meine Kund:innen aufzuklären, ihnen eine Hilfestellung zu geben und Aspekte zu beleuchten, die für sie bisher nicht im Fokus standen. Manche Blogartikel unterstützen meine Zusammenarbeit mit meinen Kund:innen, etwa wenn sie mich fragen, welche Inhalte auf eine Über-mich-Seite gehören.
Blog- und SEO-Texte für Kund:innen
Neben meinen Blogartikeln habe ich in den vergangenen Jahren auch für Kund:innen Texte geschrieben. Es waren Websitetexte dabei, Texte für Social Media, Blogtexte mit einem Fokus auf jeweils ein Sachthema und SEO-Texte für Websites. Daneben habe ich Blog- und Websitetexte von Kund:innen für die Suchmaschinen fit gemacht und geglättet. Die aus diesen Erfahrungen gewonnenen Erkenntnisse nutze ich auch in Website-Projekten, indem ich meine Kund:innen in Textfragen berate.
Mein erster bezahlter Textauftrag
Bei meinem ersten bezahlten Textauftrag ging es um Influencer Marketing. Es handelte sich um eine Reihe von Texten zum Thema und zu verwandten Themen, wie zum Beispiel Instagram Marketing. Dabei konnte ich das gesamte Wissen aus meinen Weiterbildungen einfließen lassen und das Schreiben in der Praxis erproben, was sehr lehrreich war. Auch hier habe ich die Erfahrung gemacht, dass mir das Schreiben dann am meisten Spaß macht, wenn ich mich in ein Thema vertiefen und dieses strukturiert wiedergeben kann.
Die Texte, die ich für Kund:innen geschrieben habe, hatten sehr unterschiedliche Themen. Manche waren für mich interessant, andere waren weniger spannend. Da ich auch Webdesign anbiete und Kund:innen dabei unterstütze, selbst mit dem Bloggen zu starten, habe ich mich im letzten Jahr entschieden, nur noch in seltenen Fällen für Kund:innen zu schreiben und stattdessen den Fokus auf die Texte meines Blogs zu lenken.
Fokus Unternehmensblog
Je weniger ich für Kund:innen schrieb, desto mehr kreative Energie stand mir für meinen Unternehmensblog zur Verfügung. Das hört sich vielleicht seltsam an, hat aber einen ganz simplen Grund. Ich bin zwar ein sehr kreativer Mensch, brauche aber den Wechsel an Tätigkeiten, um kreativ und gleichzeitig produktiv sein zu können. Eine Website designen, Grafiken für Social Media entwerfen, Blogartikel schreiben und privaten kreativen Projekten nachgehen – bei diesem Wechsel fühle ich mich am wohlsten.
Die Themen meines Blogs
Aber zurück zu meinem Blog: Mit der Zeit merkte ich, wie sich mein Schreibstil verbesserte. Auch das Storytelling fiel mir immer leichter. Ich starte meine Artikel gerne mit einer Anekdote oder einem Rückblick auf eigene Erfahrungen zum Thema und lasse meine persönlichen Erfahrungen und Tipps immer wieder einfließen.
Die Themen, zu denen ich blogge, lassen sich an den Kategorien meines Blogs ablesen: Webdesign, Bloggen und Texte, SEO / GEO, Events, Persönliches und New Work. Manche Themen überschneiden sich. Dann weise ich den jeweiligen Artikel zwei Kategorien zu.
Dabei ist es mir wichtig, Themen aufzugreifen, die aktuell sind, wie zum Beispiel KI-Anwendungen, und Themen, die meine Kund:innen bewegen, wie zum Beispiel die Inhalte einer Über-mich-Seite. Die Inhalte der Blogartikel fließen zum Teil in meine Social-Media-Texte bei Instagram und LinkedIn ein.
Privat oder persönlich bloggen?
Als ich mit meinem Blog startete, siezte ich meine Kund:innen noch. Nach einiger Zeit entschloss ich mich, auf das Duzen umzuswitchen und vorhandene Blogartikel dementsprechend umzuschreiben. Das fiel mir zunächst nicht leicht, denn ich habe mich damals oft noch sehr distanziert und sachlich ausgedrückt. Mit der Zeit und auch unter dem Einfluss der Impulsthemen, zu denen Anna Koschinski in ihrer monatlichen Blognacht inspiriert, wurde ein Teil meiner Blogartikel persönlicher.
So habe ich in einem Fun-Facts-Artikel viele Dinge von mir preisgegeben, die sich auf der persönlichen Ebene bewegen. Dinge aus meinem Privatleben halte ich unter Verschluss. Manchmal sind die Grenzen fließend. Gerade bei den Artikeln, die sich unter der Kategorie "Persönliches" in meinem Blog befinden, gibt es ein paar Artikel, bei denen ich lange überlegt habe, ob ich den Inhalt in dieser Form veröffentlichen möchte.
Mit den Jahren wurde ich mutiger, was das Schreiben über persönliche Themen betrifft. Texte über mich geben den Besucher:innen meiner Website die Möglichkeit, mich als Person mit Werten, Wünschen, Zielen, Ecken und Kanten kennenzulernen und schon im Vorfeld abzutasten, ob wir zusammenpassen oder nicht. Gerade als Personenmarke finde ich es wichtig, für die Leser:innen nicht nur über Wissensvermittlung greifbar zu sein.
Privat schreiben
Das Schreiben über persönliche Themen schult den Blick für das Wesentliche eines Erzählstranges und ordnet die Gedanken, ähnlich dem Schreiben von Morgenseiten. Eine Zeitlang habe ich Morgenseiten geschrieben. Später habe ich es mit einem Dankbarkeits-Tagebuch versucht. Diese Art von regelmäßigem Schreiben liegt mir allerdings nicht besonders.
Gelegentlich schreibe ich ganz gezielt kreative Texte nur für mich. Als meine Tochter für die Schule eine Moritat schreiben musste, inspirierte es mich dazu, selbst eine zu verfassen. Es floss spontan eine düstere Moritat aus meiner Hand heraus, was mir sehr viel Spaß machte. Manchmal habe ich abstrakte Bilder für Prozesse und Zusammenhänge im Kopf, die ich im Anschluss in Worten zu Papier bringe.
Wenn ich privat schreibe, dann meistens mit einem Kugelschreiber, selten mit einem Bleistift. Ich arbeite auch mit einem Bullet Journal, das ich überwiegend für Ideen nutze, die sich beruflich nutzen lassen. Ansonsten verwende ich kleine Notizbücher für das Schreiben von privaten Texten oder um Ideen für neue kreative Projekte mit Beton, Papier, Metall oder Holz festzuhalten. Diese Notizen ergänze ich meist noch mit einer kleinen Zeichnung für die visuelle Darstellung.
Die Rolle von KI
Regelmäßiges Bloggen oder Schreiben und die Entwicklung eines eigenen Stils halte ich für eine Grundvoraussetzung, um KI für das Schreiben von Blogartikeln und Texten zu nutzen. Schreiben lernt man nicht, indem man bei ChatGPT einen guten Prompt schreibt. Das Schreiben lernt man durch das Schreiben, regelmäßige Übung, Beachtung bestimmter Textregeln und einen kritischen Blick auf das Ergebnis. Deshalb empfehle ich allen, die mit dem Bloggen starten möchten, selbst zu schreiben.
KI-Tools helfen mir, ein Thema im Vorfeld einzugrenzen, zu recherchieren, zu strukturieren und einen Überblick zu geben. Für eine saubere Recherche schaue ich mir immer auch die Quellen an, die das jeweilige Tool zu Rate gezogen hat. Ich lasse es mir nicht nehmen, eine eigene Struktur zu überlegen, lasse mich aber hin und wieder auch von den Vorschlägen eines KI-Tools inspirieren. Damit setze ich KI-Tools mit Bedacht ein. Gleichzeitig ist es mir ein Anliegen, mit neuen Entwicklungen Schritt zu halten.
Die KI-Tools, die ich verwende, sind Claude, Perplexity, Copilot, Lumo sowie integrierte KI-Apps in Canva und die KI-gestützte Chrome Extension Language Tool. Wer letzteres noch nicht kennt: Das Tool zeigt bereits während des Schreibens an, wo der Satzbau hakt und die Rechtschreibung falsch ist, zum Beispiel wenn man sich vertippt hat.
Lohnt es sich noch, zu bloggen?
Diese Frage wird momentan bei LinkedIn und in anderen Netzwerken fast täglich gestellt. KI hat die Bloggerlandschaft in Aufruhr versetzt. Manche sind der Meinung, dass KI das Urheberrecht verletzt. Andere schauen wie hypnotisiert auf sinkende Klickraten. Das ist alles sehr verständlich und ich finde es wichtig, Veränderungen nicht nur zu hypen, sondern auch zu hinterfragen.
Meine Haltung dazu ist, dass neue Technologien kommen und gehen und es gut ist, sie zu nutzen oder sich zumindest damit auseinanderzusetzen. Ein Blog hat für mich trotz der neuen technologischen Veränderungen sehr viele Vorteile. Ich schreibe nicht (nur) für Google und KI, sondern hauptsächlich für meine Leser:innen. Mit meinem Blog bin ich unabhängig von anderen Plattformen, die mir nach Gutdünken meine Seiten und Profile abschalten oder die Ausstrahlung meiner Inhalte einem Algorithmus unterodnen. Darüber hinaus kann ich in meinem Blog meine Haltung zum Ausdruck bringen.
Ja, aus meiner Sicht wird es sich auch in Zukunft lohnen, zu bloggen. Ein paar Ideen für einen zukünftigen, neuen Blog befinden sich bereits in der Pipeline.